“Consumers by definition, include us all. They are the largest economic group, affecting and affected by almost every public and private economic decision. Yet they are the only important group... whose views are often not heard.” John F. Kennedy, March 15th 1962

John F. Kennedy war bereits in den 1960er Jahren der Ansicht, dass KonsumentInnen die größte wirtschaftliche Gruppe sind, die sowohl von allen öffentlichen als auch von privatwirtschaftlichen Entscheidungen unmittelbar selbst betroffen ist, gleichzeitig auch einen bedeutenden Einfluss darauf hat - deren Stimmen jedoch selten gehört werden.

Er hatte damit recht, denn die Entscheidungen großer Markenartikelhersteller können uns alle betreffen. Ein aktuelles Beispiel sind Modekonzerne, deren Zulieferbetriebe Produkte herstellen, die bei der Produktion und der späteren Verwendung durch uns KonsumentInnen öffentliche Gewässer als auch private Abwassersysteme mit gefährlichen und hormonell wirksamen Chemikalien vergiften. Diese Unternehmen tun gleichzeitig so, als sei es das normalste der Welt. Niemand zwingt sie dazu, es ist eine Konzernentscheidung, Alternativen zu ignorieren. Doch ihre Entscheidung auf derart verantwortungslose Weise zu agieren, hat Einfluss auf das Leben vieler Menschen weltweit - auch auf Ihres.

Die Rechte und die Macht der KonsumentInnen 

Am 15. März 2012 hat sich der internationale Tag der KonsumentInnenrechte zum fünfzigsten Mal gejährt. In diesen fünfzig Jahren wurden die Rechte von uns KonsumentInnen von gelegentlicher Brillianz, aber sehr häufig auch von idiotischen Entscheidungen großer Konzerne beeinflusst. In diesem Zeitraum haben sich KonsumentInnen aber auch zusammengeschlossen, ihre Macht genutzt und sich gegen ungerechtes Verhalten zur Wehr gesetzt, um im Rahmen ihrer Möglichkeiten Veränderungen zum Besseren durchzusetzen.

Im Jahr 2011 startete Greenpeace die Detox-Kampagne, die globale Textilhersteller aufforderte, gefährliche Chemikalien aus Produktionskette und Produkten zu verbannen. Seither haben sechs Marken - Puma, Nike, Adidas, H&M, Li-Ning und C&A – sich zur „Entgiftung“ (engl. to detox) ihrer Produkte entschlossen. Ihre Entscheidung, die Herstellung ihrer Produkte umweltverträglicher zu machen, wurde durch die Unterstützung tausender Menschen weltweit erreicht. Viele unterzeichneten die Petition, andere schrieben Briefe an die CEOs, einige trugen das Detox-Tattoo, während andere die Facebook-Seiten der Textilhersteller mit Kommentaren zupflasterten. Über 600 Menschen waren beim Rekord des größten koordinierten 'Striptease' vor den Geschäften der Markenhersteller dabei.

Das waren Menschen wie Sie. Die nicht länger herumsitzen und zuschauen wollten, wie Konzerne mehr mit ihrem Profit beschäftigt waren, als mit den Gefahren, die damit verbunden sind. Z.B. wenn gefährliche Chemikalien in Flüssen geleitet werden, die nicht nur einzelne weit weg entfernte Orte betreffen, sondern selbst in Lebewesen wie Eisbären nachgewiesen werden konnten, die tausende Kilometer weit weg davon entfernt leben. Wir trafen mit ihnen zusammen - KonsumentInnen, AktivistInnen, UnterstützerInnen und betroffene Gemeinden - um die Firmen zum Umdenken zu bringen. Und sie taten es.

Fünfzig Jahre nach JFK's berühmter Rede empfehle ich das neueste Detox-Video anzusehen, es mit FreundInnen zu teilen und sie an die Macht von uns KonsumentInnen zu erinnern. Um so eine klare Botschaft an alle Marken auszusenden, dass wir nicht schweigen werden bis sich alle Textilhersteller dazu bekennen, gefährliche Chemikalien aus ihren Produkten und aus Ihrer Lieferkette zu verbannen. Den Worten müssen jetzt Maßnahmen folgen. Es ist witzig, es ist frech, und wenn es viele Menschen sehen und teilen werden wir dazu beitragen, dass wir einen Unterschied im Leben der Menschen weltweit bewirken können.

Denn eines ist klar und davor fürchten sich alle großen Unternehmen: Ohne die KäuferInnen ihrer Produkte müssen all diese Unternehmen zusperren.