© Jennifer Bruce / Greenpeace

Es ist eine wenig bekannte Tatsache, dass Südafrikas Wasser zu den qualitativ besten weltweit zählt - für diejenigen, die dazu Zugang haben und es sich leisten können. Aber das Land sieht sich mit einem aufziehenden Konflikt um sein Wasser konfrontiert, in dessen Mitte der Energieträger Kohle steht.

Die Menge an Wasser, die jedem einzelnen Menschen auf der Welt zur Verfügung steht, nimmt zusehends ab. Nirgends auf der Welt ist die Geschwindigkeit dieser Abnahme so dramatisch wie in Afrika. Schätzungen zufolge wird Südafrika bereits im Jahr 2030 nicht mehr in der Lage sein können, seinen Wasserbedarf zu decken.

Sollte angesichts einer solchen Zukunft nicht jede erdenkliche Maßnahme getroffen werden, um die bevorstehende Krise zu vermeiden? Dies ist allerdings bei Weitem nicht der Fall.

Zwei neue, gigantische Kohlekraftwerke (Medupi und Kusile) werden gerade vom nationalen Energieversorgungsunternehmen, Eskom, gebaut und zwei neue Kohlenbergwerke werden genehmigt, ohne eine klare Idee davon zu haben, welche Auswirkungen dies auf die Wasserversorgung haben oder woher das Wasser dafür kommen wird.

Fakt ist, dass lokale Gemeinden Gefahr laufen, ihre Wasserrechte zu Gunsten des Kohleabbaus abgeben zu müssen. Kusile wird für die gleiche Menge produzierter Elektrizität 173-mal so viel Wasser verbrauchen wie Windkraftwerke und Eskom bekommt das benötigte Wasser auch bereitgestellt, komme was wolle.

Eskom spielt eine sehr einflussreiche Rolle in Südafrika - hat aber keine wirkliche Rechenschaftspflicht und behauptet weiterhin, dass Kohle die billigste Quelle für Elektrizität ist und dass weitere Investitionen in Kohle nötig sind, um "die Lichter brennen zu lassen". Doch Privathaushalte sind für lediglich 16-18% des Energieverbrauchs des Landes verantwortlich.

Was das Unternehmen wirklich meint, ist, dass neue Investitionen in Kohle nötig sind, um den energieintensiven Industrien gerecht zu werden, mit massiven nicht erfassten Auswirkungen auf die Wasserversorgung und zu Lasten der 12,3 Millionen SüdafrikanerInnen ohne Zugang zu Elektrizität.

Eines ist klar: Südafrika wird grundlegende Entscheidungen treffen müssen, wie seine schwindenden und zunehmend teuren Wasserressourcen in Zukunft verteilt werden. Derzeit sieht es so aus, als ob die Landwirtschaft (und damit die Nahrungsmittelsicherheit) und lokale Gemeinschaften im Kampf um den Zugang zu Wasser die großen Verlierer sein werden, während energieintensive Industriezweige als Sieger hervorgehen werden. Südafrikas anhaltende Abhängigkeit von Kohle liegt der Frage zugrunde, ob auch in Zukunft sauberes Wasser aus den südafrikanischen Leitungen rinnen wird.

Doch die eigentliche Frage ist: Werden in Südafrika bezüglich Wasser die richtigen Entscheidungen getroffen? Es scheint mir, als müsse man diese Frage leider mit einem "Nein" beantworten. Aus diesem Grund liegt es ganz klar an uns, dafür zu sorgen, dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden und dass uns diese in eine Zukunft führen werden, die für alle lebenswert ist.

 

 

Aus dem Englischen übersetzt von Ines Rösler