Die Besatzung des Greenpeace-Flaggschiffs Rainbow Warrior hat in den letzten sechs Wochen die Fischerei und Artenvielfalt des indischen Ozeans beobachtet und kontrolliert und ist dabei sowohl auf Vorzeige- als auch auf Negativbeispiele des Fischereimanagements gestoßen.

Wie alles begann….

Die Rainbow Warrior setzte Anfang September in Durban Segel und führte in den folgenden zwei Wochen einen gemeinsamen Überwachungseinsatz mit dem Fischereiministerium von Mosambik durch. Ziel war die Untersuchung ausländischer Fischereiboote, die es vor allem auf die gefährdeten Tunfische und Haie abgesehen haben.

In Mauritius trafen sich die Greenpeace-Kampaigner mit Vertretern der Regierung und Industrie um die Überfischungsprobleme der Region zu besprechen.  Ihr Tunfisch-Bestand ist durch schwache Vorschriften,  verschwenderische Fischerei-Methoden und illegaler Fischerei stark gefährdet.

In diesen Tagen segelt das Greenpeace-Flaggschiff zu den Malediven,  bekannt für seine Angelfischerei. Aufgrund des geringen Beifangs gilt sie als die nachhaltigste Tunfisch-Fangmethode weltweit.

Kurzfristiger Gewinn wichtiger als langfristige Nachhaltigkeit

All diese Länder organisieren jedoch ihre Fischerei- und andere Meeresaktivitäten unabhängig voneinander und manchmal  auch ohne jegliche gesetzlichen Bestimmungen, was zu rechtlichen Lücken führt. Selbst dort, wo es regionale Gremien, wie die „Indian Ocean Tuna Commission“ gibt,  scheitert das Fischereimanagement, da kurzfristiges wirtschaftliches Denken der Nachhaltigkeit übergeordnet wird.

Internationale Verhandlungen versuchen nun die rechtlichen Lücken zu schließen und ein effektives Regelwerk zu entwickeln und so die Biodiversität der Hochsee zu schützen. Doch die Verhandlungen machen nur langsame Fortschritte – zu groß scheint der Informationsmangel.

Um dem entgegen zu wirken hat die Convention of  Biological Diversity (CBD) im letzten Jahr einige regionale Workshops organisiert, um Gebiete, die geschützt werden müssen, zu identifizieren und wissenschaftliche Informationen zusammen zu tragen.

Einer dieser Workshops, der im Juli für den Südindischen Ozean in Mauritius organisiert wurde, untersuchte sensible Gegenden in Madagaskar, Mauritius, den Malediven, den Seychellen und anderen.

Dort soll ein Großteil der „Exclusive Economic Zone (EEZ)“ zu einem  Meeresschutzgebiet erklärt werden. Auf ihrem Weg zu den Malediven segelte die Rainbow Warrior durch dieses Gebiet. Und welch reiche Biodiversität wurde da beobachtet – Wale, Haie, Tunfische, Schwertfische, Delfine und Albatrosse. Doch sie sahen auch die Kehrseite der Medaille: nicht gemeldete und illegale Fischerei und  zerstörerische und verschwenderische Fischerei-Praktiken wie das makabere „Hai-Finning“ (Abschneiden von Haiflossen, der Rest wird zurück ins Meer gekippt).

Ergebnis der Biodiversitätskonferenz in Hyderabad

Die elfte Konferenz zur Biodiversität in Hyderabad, Indien, beschloss nun die Informationen aus den regionalen Workshops an die Vereinigten Nationen zu schicken, um ein zukünftiges Gespräch über die Biodiversität der Hochsee zu gestalten.

Greenpeace sieht das als wichtigen Schritt in Richtung eines effektiven globalen Regelwerks zum Schutz der Meere, allerdings wird es ein paar Jahre dauern, bis so eine globales Regelwerk ein- und durchgesetzt ist. Umso wichtiger ist es jetzt Maßnahmen zu ergreifen, um wertvolle Fischbestände (zB. Tunfisch) zu schützen:

Greenpeace fordert:

  • ein effektives Fischereimanagement 
  • eine Reduzierung der Fischereiboote, die derzeit unsere Ozeane plündern, 
  • den Schutz von sensiblen Meeresgebieten.

Unsere Meere sind in Gefahr und nur durch das Ergreifen einheitlicher Maßnahmen werden wir sie schützen können, den Lebensunterhalt der Küstenregionen sichern und die Ernährungssicherung der gegenwertigen und der nachfolgenden Generationen erhalten können.