Der ehemalige deutsche Ministerpräsident Günther Oettinger ist das Paradebeispiel eines Anhängers veralteter Energieformen. Kohlekraft oder Atomkraft haben damit einen mächtigen Fürsprecher bekommen.

Der Atomkraftbefürworter und ehemalige Ministerpräsident des deutschen Bundeslands Baden-Württemberg Günther Oettinger steht als neuer EU-Energiekommissar fest. Das Hearing durch das Europäische Parlament verlief relativ problemlos. Allerdings muss dabei angemerkt werden, dass dieses Hearing vom Industrieausschuss des Parlaments vorbereitet wurde und wenige kritische Stimmen zu Wort kamen.

Oettinger hat sich bisher auf nationaler Ebene stark für Großkraftwerke im Bereich der Kohlekraft eingesetzt und hat die Atomkraftwerke immer wieder verteidigt. Sein Bundesland ist in Deutschland Schlusslicht bei der Windkraft.

Auf europäischer Ebene will er der Kohlekraft durch die Risikotechnologie CCS, einer wenig nachhaltigen Abtrennung und Einspeicherung von CO2 im Erdboden, eine langfristige Perspektive geben, indem er diese Technologie mit EU-Geldern fördert. Es klingt fast zynisch, wenn Oettinger von einem Europa der Vielfalt spricht, in dem Kernkraftwerke aber auch Windparks parallel gebaut werden können.

Unsere Kollegen in Deutschland sehen die Berufung von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) als "eine ganz schlechte Wahl" für Europa. "Das lässt das Schlimmste für die zukünftige EU-Energie-Politik befürchten", meint beispielsweise der Energie-Experte Tobias Münchmeyer. Tobias sieht es aber auch mit einem lachenden Auge. "Wenn er in Brüssel sitzt, kann er den Ausbau der erneuerbaren Energien und den Klimaschutz in Deutschland nicht länger behindern." Tja, wir sehen das logischerweise nicht ganz so positiv…