Ich befinde mich hier in einer Stadt namens Kiruna, im Norden von Schweden, mitten im Arktischen Kreis. Es ist eine kleine Stadt, mit weniger als 20.000 Einwohnern und in der nebelverhangenen Landschaft sticht eines heraus: Die weltweit größte unterirdische Eisenmine, welche von überall in der Stadt zu sehen ist. Von hier aus, kann ich die Mine auf der linken Seite und ein paar Kilometer rechts davon Windräder sehen. Es ist ein merkwürdiger Kontrast und doch sehr angemessen - eine passende Erinnerung daran, dass die Arktis an einem Scheidepunkt steht.

Heute heißt Kiruna den Arktischen Rat willkommen, in dem sich auswärtige Minister der acht arktischen Staaten und sechs permanente Mitglieder, welche die indigenen arktischen Völker repräsentieren, versammeln, um über die Zukunft der Arktis zu diskutieren. Die auswärtigen Minister sind größtenteils an ihr Pro-Entwicklungs-Programm gebunden. Doch nicht jeder im Raum teilt ihre Ansichten.

Erst gestern waren wir in derselben Stadt, in demselben Gebäude Teil der Konferenz "The Peoples" Arctic: Unified for a Better Tomorrow". In diesem Meeting wurde sehr deutlich, dass es eine wachsende indigene Opposition zu Ölbohrungen in der Arktis gibt.

Über 70 Menschen - größtenteils Vertreter der indigenen Völker aller arktischen Staaten - nahmen an dieser Konferenz teil. Zwei Teilnehmer repräsentierten Organisationen, die permanente Mitglieder des arktischen Rats darstellen. Beide lehnen arktische Bohrungen ab.

Am Ende der Konferenz unterzeichneten die TeilnehmerInnen eine Deklaration für ein Verbot von Ölbohrungen auf offenem Meer und gleichzeitig ein Aufruf an den Arktischen Rat, die Rechte der indigenen Menschen zu respektieren. Viele dieser Menschen, welche ein angestammtes Recht auf das arktische Land besitzen, erfahren die Auswirkungen, der sich wandelnden Arktis, am eigenen Leib.

Dies geschah am Vorabend der Versammlung des arktischen Rats. Wenn sich heute die acht auswärtigen Minister für ein "Meet und Greet" treffen um eine "grün gewaschene" Vereinbarung zum Umgang mit Öl-Unfällen zu unterzeichnen und behaupten, sie hätten alles ihnen Mögliche getan, dann werden sie dies im Schatten dieser Konferenz und der wachsenden Opposition tun.

Sie werden vermutlich zurück nach Hause gehen und weiterhin Öl-Konzernen gestatten, sich in der fragilen Arktis mit ihren zerstörerischen Praktiken auszutoben. Doch ein Funken Hoffnung erstrahlt, durch die Stimmen der indigenen Menschen, welche dieses Wochenende einen weiteren Schritt zum Schutz der Arktis gemacht haben. Greenpeace steht mit ihnen Seite an Seite um die Arktis vor der zerstörerischen Öl-Ausbeutung zu schützen. Die Bewegung wächst und es wird immer schwieriger für die Regierungen im Arktischen Rat, sie zu ignorieren!