Einfach so ein paar Meldungen aus den letzten Wochen, die es nicht in die Medien geschafft haben, aber trotzdem interessant sind:

Mexikanische Forscher haben anhand von Messungen an fossilen Korallenriffen festgestellt, dass der Meeresspiegel viel schneller steigen kann, als oft angenommen wird. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass das Wasser nie viel schneller als 1 Meter pro Jahrhundert steigt. Jetzt hat man entdeckt, dass der Meeresspiegel in der Erdgeschichte auch schon einmal innerhalb von 50 Jahren um 3 Meter angestiegen ist, und zwar zu einem Zeitpunkt, als durch einen raschen Temperaturanstieg weltweit die Eiskappen abgeschmolzen sind. Ein ebenso schneller Temperaturanstieg steht uns in diesem Jahrhundert bevor, wenn die Treibhausgasemissionen nicht sehr schnell verringert werden.

Eine andere Meldung: voraussichtlich werden wir bereits in den kommenden zehn Jahren die Marke von 400 Parts per Million CO2 in der Erdatmosphäre überschreiten (was vielleicht kompliziert klingt, aber Parts per Million oder ppm ist nichts anders als eine Kennzahl für die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre). Britische Wissenschaftler warnen jetzt, dass, als das letzte Mal die 400 ppm-Marke erreicht wurde (zwischen 15 und 20 Millionen Jahre zurück), es kein Eis in der Antarktis gab, und der Meeresspiegel 25 bis 40 Meter höher als jetzt gelegen ist. Das Unangenehme ist, dass in der Geschichte der Erde der Zusammenhang zwischen atmosphärischer CO2-Konzentration und Meeresspiegelniveau sehr einfach und linear ist: je mehr CO2, desto höher der Meeresspiegel. Die Naturgesetze wirken hier also nicht zu unserem Vorteil.

Eine positive Meldung gibt es auch: die deutsche Solarindustrie wird jährlich mit ca 2 Mrd. Euro gefördert. Dem gegenüber steht, dass sie jährlich 3 Mrd. Euro an Steuern bringt. Gewinn für den deutschen Staat also 1 Mrd. Euro, Wirtschaftskrise hin oder her. In Bayern liegt mittlerweile auf vielen Hausdächer und Viehställen eine Photovoltaikanlage, und zwei Prozent des bayrischen Stroms stammen aus Sonnenenergie, Tendenz rasch steigend. In fünf Jahren wird Strom vom Hausdach billiger sein als Strom aus dem Netz. Die Solarbranche alleine sichert in Deutschland 50.000 Arbeitsplätze. Auch in Österreich gibt es eine PV (Photovoltaik)-Industrie, sie lebt aber hauptsächlich vom Export, zum Beispiel weil Österreich seine Milliarden lieber in sinnlose Infrastrukturprojekten investiert.

Jurrien Westerhof