Junichi Sato

© Jeremy Sutton-Hibbert / Greenpeace

Heute Morgen bin ich zu den Berichten über die japanische Fischereiagentur aufgewacht. Die für unsere Walfang-Industrie verantwortliche Behörde sucht nach staatlichen Subventionen, um die "Nisshin Maru", das Hauptverarbeitungsschiff der Walfang-Flotte, zu reparieren, nachzurüsten und energieeffizienter zu machen. Das sinnlose Antarktisprogramm meines Landes kann nicht ohne die Nisshin Maru stattfinden.

Japans kommerzieller Walfang - der unter dem Deckmantel der "Wissenschaft" auftritt - ist völlig zwecklos. Tausende Tonnen von Walfleisch lagern in Gefrierfächern und es wurde noch keine wesentliche Forschungsleistung erbracht, außer der langjährigen, sinnlosen Abschlachtung von Walen. Wir haben beobachtet wie Steuergelder ohne Wissen der Öffentlichkeit in die Walfangindustrie fließen. Es ist eine Schande und abscheulich, dass diese Steuereinnahmen in den Walfang anstatt den notwendigen Hilfeleistungen für die von Fukushima betroffenen Menschen fließen.

Die japanische Bevölkerung hat genug von staatlicher Verschwendung, Korruption und Politikern, die das Verlangen der Bevölkerung nach Veränderung ignorieren. Wir sind Zeugen eines einzigartigen Moments in der Geschichte Japans. Nachdem die Regierung die meisten Forderungen der Öffentlichkeit ignoriert hat und das Ziel der Wiederinbetriebnahme der Reaktoren verfolgt, war sie davon überrascht, dass hunderttausende Menschen jede Woche vor dem Büro des Premierministers demonstriert hatten. Nachdem die regionalen Medien diese Woche den Skandal der Verwendung der Fonds für die Walfangindustrie statt für den Wiederaufbaus in Fukushima aufgegriffen haben, werden die wachsenden Meinungsunterschiede sichtbar. Doch wir machen einen Fortschritt - die japanische Bevölkerung weiß nun darüber Bescheid, dass ihr Geld in den Walfischfang fließt und dass die Regierung weiterhin versuchen wird die Wahrheit über die in die Walfangindustrie fließenden Subventionen zu vertuschen.

Das ist eine einzigartige Möglichkeit für Japan, um von der internationalen Schande seines Walfangprogrammes wegzukommen ohne das Gesicht zu verlieren. Für die Aufrüstung der Nisshin Maru und die Entschuldung der Industrie werden Unmengen an Geld benötigt. Wir wiederholen unsere Forderung, dass die Regierung damit aufhören soll den Walfang zu subventionieren. Wir haben ganz einfach nicht das Geld und außerdem ist das Verlustgeschäft der Walfangindustrie keinen einzigen zusätzlichen Yen wert.

Gemeinsam mit Partnern arbeiten wir daran diese Subventionen zu beenden. Obwohl die Walfänger das Blaue vom Himmel reden und behaupten, dass ihre Tätigkeit nicht kommerziell sondern wissenschaftlich ist, fragen sie nach Geld vom "Förderungsprojekt für profitablen Fischfang", das öffentliche Förderungen für die Fischindustrie bereitstellt, die darauf hoffen ihre Gewinne zu steigern. Hinter diesen Sanierungssubventionen sind noch andere Förderungen versteckt. Das "Förderungsprojekt für profitablen Fischfang" kann maximal 3 Jahre lang 50 bis 90 Prozent der Schulden eines angenommenen Antrags zahlen. Nachdem der Kollaps des Walfleisch-Marktes der Walfischindustrie einen Verlust von 1.2 Milliarden Yen (von 2004 bis 2009) gebracht hat und die Verluste weiter steigen, wird diese weiterhin staatliche Unterstützung suchen. Und die Regierung wird sich ihnen wieder beugen.

Ich bin kein Schiffexperte, aber wenn man bedenkt, dass über 2.5 Tonnen Öl notwendig sind, um eine Tonne Walfleisch aus der Antarktis zu fördern, kann man sehen, dass es einen einfachen Weg gibt, den Kraftstoffverbrauch zu verringern: Hört damit auf in die Antarktis zu fahren!