© Christian Åslund / Greenpeace

Ich stehe hier am Gipfel der Welt, 89.7 Grad nördlich. Es sind -31 Grad Celsius an diesem Morgen und meine Finger sind gefroren - doch mein Blut kocht.

Wie Diebe in der Nacht hat der Arktische Rat sich aus dem Staub gemacht, ohne uns getroffen zu haben. Ich bin entmutigt und bitter enttäuscht, nach all den Verhandlungen mit Gustaf Lind und dem Rat, im guten Glauben, dass wir sie treffen werden, genau an dem Ort, den wir zu schützen versuchen.

Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes über unsere Köpfe hinweg abgereist, ohne auch nur ein einziges Wort der Erklärung.

Gustaf hat mir dann gestern berichtet, dass der russische Sicherheitsdienst das Treffen behindert habe. Inwieweit das stimmt, weiß ich nicht. Und Gustaf Lind ist ein hoher Beamter des arktischen Rats, wenn es ihm wichtig gewesen wäre, hätte er das Treffen ermöglichen können. Stattdessen hat er entweder zugelassen, dass die Russen den Ablauf bestimmen, oder er wollte sich einfach nicht mit uns auseinandersetzen.

Die Länder, die sich zum Arktischen Rat zusammenschließen führen die Ressourcen-Ausbeutung im eisigen Norden an. Sie nutzen eine Krise aus, um nach noch mehr Öl zu bohren, das hauptsächlich Schuld an dieser Krise trägt.

Wir haben gekämpft, um den Pol zu erreichen, den Rat zu treffen und ihnen im Namen von Millionen Menschen die Nachricht zu überbringen, dass dieses Gebiet geschützt werden muss und nicht ausgebeutet werden darf. Wir haben die starken südlichen Winde auf uns genommen, die uns in der arktischen Tretmühle festgehalten haben. Das Wissen, dass der Rat gekommen und wieder gegangen ist, während wir uns abgekämpft haben, ist sehr enttäuschend.

Doch wir sind noch immer fest entschlossen unsere Reise fortzusetzen und unser Ziel zu erreichen. Eure unterstützenden Nachrichten treiben uns voran und geben uns Stärke. Wenn ihr Richtung Norden blickt, denkt an uns - sendet uns eure warmen Gedanken. Wir werden weiter kämpfen.

Nordpol © Christian Åslund / Greenpeace