Kumi Naidoo - Geschäftsführer von Greenpeace International

Seit dem Start unserer Kampagne im Februar 2010 haben über 600.000 Greenpeace-UnterstützerInnen von Facebook gefordert, aus der Kohlekraft auszusteigen und im Strommix der Rechenzentren den Anteil an Erneuerbaren Energien zu erhöhen. Vielen Dank!

Erst letzte Woche habe ich Randi Zuckerberg, die Facebook-Marketingleiterin und Schwester von Facebook-Geschäftsführer Mark Zuckerberg, getroffen. Ich habe sie (und ihren Bruder) eingeladen, Facebook zu einem weltweiten Vorreiter für die Nutzung von Erneuerbaren Energien zu machen.

Ihre Antwort war positiv: „Wir hatten im Unternehmen viele Diskussionen darüber, wie wir nachhaltigere, erneuerbare Energien nützen können…wir würden uns sehr darüber freuen, euch als Partner dabei zu haben“.

Wir bei Greenpeace begrüßen diesen Vorschlag.

Es ist klar, dass Facebook unsere Kampagne aufmerksam beobachtet und beginnt ihre unternehmerische Verantwortung wahrzunehmen – was jetzt zählt ist ein konkreter Plan für den Ausstieg aus der Kohlekraft. Also werden wir ihnen einen Anstoß geben – wir setzen ihnen eine Deadline:

Facebook: Kohlekraft-Ausstieg bis zum Earth Day am 22. April beschließen!

An diesem Tag möchten wir gemeinsam mit Facebook ihr Bekenntnis zu einer sauberen, erneuerbaren Energie-Zukunft feiern.

Bitte mach’ mit mir bei der Kampagne mit, und vergiss’ nicht, deine FreundInnen einzuladen.

Facebook muss sich zu einem Plan verpflichten, ohne Kohlekraft zu wachsen und seine enorme Kaufkraft dafür einzusetzen, saubere, erneuerbare Energiequellen zu wählen. Je länger Facebook ohne einen offiziellen Plan weiter macht, desto vehementer wird unsere Kampagne werden – und desto mehr werden wir euch zum Mitmachen auffordern.

Im September habe ich dem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg einen offiziellen Brief geschrieben (den Facebook kommentiert hat). Ihr habt Mark über sein eigenes Facebook-Profil Nachrichten geschickt, und auf die „Green on Facebook“-Seite gepostet, um sicherzugehen, dass sie ihre Verantwortung nicht ignorieren. Wir wollen sicher sein, dass jedes Mal wenn wir neue Fotos hochladen oder auf ein „Gefällt mir“ klicken, die Facebook-Rechenzentren und -Server von sauberer, erneuerbarer Energie gespeist werden – und nicht von Kohlekraft.

Als bisherige Antwort auf unsere Kampagne hat Facebook auf ihre Initiativen für Energieeffizienz hingewiesen und sie haben sogar Al Gore eingeladen, eine Rede vor den Angestellten in ihrem Hauptquartier in Palo Alto (Kalifornien) zu halten. Aber Worte alleine reichen nicht, wir wollen einen Plan für konkrete Taten sehen.
Wir haben Facebook die Schritte, die sie gehen müssen aufgezeigt – sowohl für ihre jetzigen Rechenzentren in Oregon und North Carolina, als auch für alle zukünftigen Rechenzentren und wir haben dem Unternehmen diese Information direkt zukommen lassen.

Genau jetzt haben wir die Chance, die globale Energie [R]evolution voranzutreiben. Aufgrund des großen Energieverbrauchs, spielt die Energie-Entscheidung von Facebook eine große Rolle. Facebook kann uns dabei unterstützen, eine neue Ära der sauberen, erneuerbaren Energie im 21. Jahrhundert einzuleiten und Millionen grüner Jobs zu schaffen. Wenn Facebook aus der Kohle aussteigt, könnte ihre Vorbildfunktion eine Welle verantwortungsvoller Energie-Entscheidungen in der IT-Industrie auslösen – eine Branche, der der schnellste Anstieg an Energieverbrauch im nächsten Jahrzehnt prognostiziert wird.

Bitte unterstütze mich bei der Forderung an Facebook, den Ausstieg aus der Kohlekraft zu beschließen.

Kumi Naidoo,
Geschäftsführer von Greenpeace International

PS: Hintergrund-Infos für JournalistInnen und BloggerInnen gibts hier (pdf).