Anfang November letzten Jahres hat Greenpeace 25 unbequeme Fragen zur Herstellung ihrer Produkte an die 15 bekanntesten italienischen und französischen Luxus-Modemarken gerichtet.

Warum? Jeden Tag wird ein neues Stück Regenwald im Amazonas gerodet, um Platz zu schaffen für Rinderfarmen. Jeden Tag ein neues Stück Regenwald für die Produktion von Leder, um unsere Schuhe, Taschen und Gürtel herzustellen. Eine ähnliche Situation sehen wir in Indonesien, wo der Lebensraum der letzten Sumatra Tiger auf Kosten von billig produziertem Verpackungsmaterial zerstört wird. Zur selben Zeit werden von der Textilindustrie in China, Mexiko und anderen Regionen der Welt, gefährliche Chemikalien freigesetzt, die unsere wertvollen Wasserressourcen verschmutzen.

Diese gefährlichen Geschäftspraktiken gefährden unsere natürlichen Ressourcen und somit die Lebensgrundlage der Menschen. Jedes Unternehmen, das sich an der Zerstörung beteiligt, sollte für seine Taten zur Verantwortung gezogen werden. Aus diesem Grund hat Greenpeace bekannte Marken gefragt welche Schritte sie unternehmen, um sicherzustellen, dass ihre Produkte nicht zu Abholzung und/oder Wasserverschmutzung mit gefährlichen Chemikalien beitragen.

Große Modefirmen setzen leider keine Trends – bis auf wenige Ausnahmen

 

Wenn es um Mode geht, denken viele sofort an Marken wie Chanel, Prada und Dolce & Gabbana, die als wahre Trendsetter gesehen werden. Aber wenn wir einen Blick auf die Ergebnisse unserer Befragung www.thefashionduel.com werfen, wird schnell klar: Genau diese Trendsetter versagen, wenn es darum geht rasche und transparente Taten zu setzen, um die Freisetzung giftiger Chemikalien bei ihren Produkten und ihrer Lieferkette zu verbannen. Sie versagen auch, wenn es darum geht einen konkreten Plan auf den Tisch zu legen, um ein Ende der Abholzung durch Zulieferer zu gewährleisten.

Andere Marken, wie Salvatore Ferragamo und Louis Vuitton haben sich nur zu einer teilweisen Verpflichtung bekannt. Sie zeigen so einen Mangel an Bereitschaft, eine führende Rolle im Umweltschutz einzunehmen und enttäuschen damit eine steigende Anzahl an bewusst kaufenden Kunden, die sich Mode wünschen, zu der sie mit gutem Gewissen stehen können.

Aber unter diesen unzureichenden Verpflichtungen und hässlichen Wahrheiten finden sich auch fantastische Neuigkeiten. Am Mittwoch hat die Marke Valentino eindrucksvoll gezeigt, dass Mode ohne Verschmutzung und Regenwald Zerstörung kein Luxus ist.

Der italienische Modegigant hat ambitionierte und bindende Zusagen gemacht, alle gefährlichen Chemikalien aus seiner gesamten Lieferkette und allen Produkten bis 2020 zu verbannen. Darüber hinaus hat sich Valentino dazu verpflichtet seine Firmenpolitik zur Beschaffung von Leder und Verpackungsmaterial aufmerksam zu kontrollieren.

Diese Verpflichtungen sind zwar nur ein Anfang und nun müssen ihnen Taten folgen. Wirklicher Wandel kann nur dort stattfinden, wo er am meisten gebraucht wird, um unser Lebens-spendendes Wasser und unsere wundervollen Regenwälder zu schützen.

Mach mit beim Fashion Duell auf: www.thefashionduel.com

 

Chiara Campione, Campaigner Greenpeace Italy