GREENPEACE/PONTE RIO-NITEROI
Mit großer Macht, kommt auch große Verantwortung (Peter Parker)

Greenpeace hat aus Brasilien eine klare Botschaft zum G20 Gipfel in Londen geschickt: Klima und Menschen zuerst. Gehört wurde die Botschaft zwar, allerdings noch immer nicht verstanden. Neben der aktuellen Finanzkrise läuft der Planet mit Riesenschritten auf die Klimakatastrophe zu. Während die führenden WissenschafterInnen sich letzte Woche zu einem gemeinsamen Aufruf zusammengefunden haben, da die Alarmzeichen nicht mehr zu übersehen sind, bleibt das Thema Klimawandel beim G20-Gipfel außen vor.

Mehr als eine Billion Dollar wird in Konjunkturpakete und Anreizesysteme für die Wirtschaft weltweit fließen. Die Regierungen der 20 mächtigsten Länder haben die Chance vergeben, diese Konjunkturmaßnahmen mit dem Klimaschutz zu verknüpfen. Denn die G20-Länder repräsentieren schließlich nicht nur drei Viertel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, sondern auch drei Viertel des Energieverbrauchs sowie der Emissionen des Treibhausgases CO2.

Der oft angesprochene "Green New Deal" wäre in Griffweite gewesen. So hätte die Geldvergabe mit der Senkung des CO2-Ausstoßes beispielsweise in der Autoindustrie verknüpft werden können oder mit der Investition in Erneuerbare Technologien oder in Energieeffizienz. Jetzt ist die Gefahr groß, dass weiter wie bisher konventionelle, klimaschädliche und energieintensive Technologien entwickelt werden. Ähnlich wie beim österreichischen Konjunkturpaket, bei dem nicht in Energieeffizienz wie thermische Sanierung investiert wird, sondern in den Bau neuer Straßen.

Mit solchen Entscheidungen und einer solchen Kurzsichtigkeit stehen wir in kurzer Zeit vor der nächsten Krise und für diese werden wir mindestens so genauso teuer bezahlen.

Niklas