20. September 2013; US-Wissenschaftler haben verlautbart, dass die arktische Eisdecke ihren 6. niedrigsten Tiefststand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht hat. Die Nachricht ereilt uns, während 30 Greenpeace Aktivisten von russischen Sicherheitsbeamten festgehalten werden.

Als Reaktion auf diese Neuigkeiten gibt Kumi Naidoo, Geschäftsführer von Greenpeace International, bekannt:

„Die Arktis schmilzt direkt vor unseren Augen, doch anstatt die Warnung zu beachten, sehen wir uns mit den Plänen nach Öl zu bohren, welches maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich ist, konfrontiert. Es ist Wahnsinn. Dies ist der Grund, weshalb unsere Aktivisten ein hohes persönliches Risiko in Kauf nehmen, um friedlich gegen Ölbohrungen in der russischen Arktis zu protestieren. Aus diesem Grund werden sie jetzt von bewaffneten russischen Sicherheitskräften auf unserem Schiff der „Arctic Sunrise“ festgehalten.“

„Es ist an der Zeit eine Grenze um das verbleibende Eis aufzuziehen und der Ölindustrie zu sagen, dass sie hier nicht weiter dürfen.“

Fossile Brennstoffe bringen Verwüstung in unser Klima und wir haben bereits einen entscheidenden Punkt erreicht. Es ist an der Zeit, dass wir endlich zu erneuerbaren Energien übergehen, um mit den Gefahren bevorstehender Überschwemmungen, Stürme und Dürreperioden umgehen zu können.

Das NSIDC (US National Snow and Ice Data Centre) gab bekannt, dass die arktische Eisdecke am 13. September 2013 auf 5,10 Millionen km2 geschrumpft ist. Das heurige Minimum ist zwar höher als der rekordbrechende Tiefststand  von 2012, aber es bleibt eines der niedrigsten Werte seit Beginn der Aufzeichnungen. Der langfristige Abwärtstrend beim Abschmelzen der Arktischen Eisdecke setzt sich somit fort.

Die Crew des Greenpeace-Eisbrecher „Arctic Sunrise“ wird seit Donnerstag von russischen Küstenwachen festgehalten, nachdem 2 Greenpeace-Aktivisten am Vortag versucht hatten auf die Ölplattform Prirazlomnaya von Gazprom zu klettern, um dort friedlich mit einem Banner zu protestieren. Das Schiff steuert nun den Hafen von Murmansk an.

Ein Jahr zuvor hatte Kumi Naidoo dieselbe Ölplattform unter eisigen Bedingungen erklettert, um gegen Ölbohrungen in der Arktis zu protestieren. „Anstatt friedliche Proteste bei Gazprom’s gefährlicher Bohrinsel zu verhindern, sollten sich die russischen Sicherheitskräfte auf die realen Gefahren für ihre Bevölkerung und ihre Umwelt fokussieren: den Klimawandel und Ölbohrungen in der Arktis.

„Wir fordern die russischen Behörden auf unsere Aktivisten und unser Schiff frei zu lassen!“

Gazprom plant den Start der Ölproduktion mithilfe der Prirazlomnaya Plattform im ersten Quartal 2014. Sie wäre damit die erste Bohrinsel, die Öl aus der Arktis fördert.

Zuletzt ist eine Serie von Artikeln erschienen, die behaupten die Arktische Eisdecke würde wieder zunehmen, basierend darauf, dass das Eisvolumen im Vergleich zu 2012 wieder zugenommen hat. Diese Artikel verabsäumen jedoch den langfristigen Abwärtstrend zu erwähnen. Auch von Klimawissenschaftlern wurden diese Berichte bereits entlarvt (Link Englisch).

„Unsere Kinder werden es uns nicht vergeben, wenn absurde Argumente unser Handeln weiter hinaus zögern.“

Fast 4 Millionen Menschen sind bereits Teil der weltweiten Bewegung zum Schutz der Arktis. Darunter befinden sich ebenfalls prominente Persönlichkeiten wie Erzbischof Desmond Tutu, Sir Paul McCartney und Penelope Cruz. Eines der Hauptziele der Kampagne – ein Schutzgebiet rund um das unbewohnte Gebiet des Nordpols – wurde zuletzt auch von der finnischen Regierung unterstützt.

 

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Bitte unterzeichnen Sie die Petition an den russischen Botschafter und helfen Sie uns unsere Aktivisten zu befreien!