Die UN-Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen Ende letzten Jahres hätte der große Wendepunkt im internationalen Klimaschutz sein sollen. Doch herausgekommen ist nicht allzu viel. Trotz drei Jahren Vorlaufzeit für die Verhandlungen, konnte zwischen den großen Staaten wie China, den Entwicklungsländern, der EU und den USA keine Einigung erzielt werden. Gescheitert ist die Konferenz vor allem daran, dass die EU und die USA nicht die historische Verantwortung für die globale Erwärmung wahrnehmen wollten und ständig die Pflichten der Entwicklungsländer eingefordert haben, ohne einen geeigneten eigenen Beitrag zu leisten.

Für die Klimawissenschafter steht fest: um den Treibhausgaseffekt unter Kontrolle zu halten, darf die globale Erwärmung nicht mehr als zwei Grad betragen. Zu dieser Zwei-Grad-Grenze gibt es von fast allen Staaten ein offizielles Bekenntnis. Dazu muss aber CO2-Ausstoß deutlich reduziert werden und der Umbau auf Erneuerbare Energien stärker als bisher vorangetrieben werden. Um unter zwei Grad globaler Erwärmung zu bleiben,  müssen die Industriestaaten ihren CO2-Ausstoß um vierzig Prozent in den kommenden zehn Jahren gegenüber dem Ausstoß von 1990 reduzieren. Das Angebot der EU lautet bisher zwanzig Prozent, das der USA auf lediglich reale vier Prozent. Damit signalisiert man den Entwicklungs- und Schwellenländern aber keine wirkliche Bereitschaft eine Lösung zu finden.

Greenpeace fordert bei der UNO-Klimakonferenz in Cancún den Grundstein für ein internationales Klimaschutzabkommen zu legen. Wenn auch kein allumfassendes Abkommen in Cancún erwartet wird, gilt es zumindest zahlreiche inhaltliche Stolpersteine auszuräumen. Die Europäische Union muss dabei die Führungsrolle im Kampf gegen den Klimawandel zurück erobern, da die Klimaschutzbemühungen der USA bundespolitisch zum Erliegen gekommen sind.

Für Greenpeace ist klar: Die Europäische Union darf sich nicht hinter der amerikanischen Blockadepolitik beim Klimaschutz verstecken und abwarten. Denn der Klimawandel wartet auch nicht.

Niklas Schinerl