Es ist ein Mittwochabend, Ende November und angenehm warm. Nicht weil der Klimawandel bereits so weit fortgeschritten ist, dass in Mitteleuropa um diese Jahreszeit die 20 Gradmarke regelmäßig überschritten wird. Nein! Aber mit dem Klimawandel hat es dennoch was zu tun, denn ich, ein Greenpeace Jugendlicher aus Deutschland, bin 12.000 Kilometer weiter südlich in Durban um an der Klimakonferenz teilzunehmen, die hier gestern gestartet ist.

Mit Spannung habe ich seit Wochen auf diesen Augenblick gewartet und darauf hingearbeitet. Im ersten Moment ist es vor allem riesig und unübersichtlich: 20.000 Menschen aus der ganzen Welt kommen hier zusammen - eine kleine Stadt! Auch die ganzen Konferenzprofis müssen sich erst mal orientieren.

Dennoch gab es bereits am ersten Tag einige spannende Aussagen: Der Chefverhandler der USA, Jonathan Pershing, stellte erst mal klar, dass die USA gerne über die Minderungsziele nach(!) 2020 verhandeln möchte, da ihrer Meinung nach alles bis (!) 2020 geregelt sei. Dass die USA historisch gesehen der größte aller Atmosphärenverschmutzer sind, ist diesem Mann offensichtlich nicht so wichtig.

Die Schwellenländer, die hier BASIC genannt werden (Brasilien, Südafrika, Indien und China), haben signalisiert, dass sie einem rechtlich verbindlichen Klimaschutzvertrag unter bestimmten Bedingungen beitreten würden. Das ist neu, dieses Entgegenkommen ist sehr viel konstruktiver als die harte und hoffnungslose Linie der USA.

Kanada hingegen hat mit der Aussage, dass die Ausbeutung der Teersande für Öl ethisch gerechtfertigt sei, den "Fossil of the day award" wirklich verdient.

Nun liegen noch etwa eine Woche Verhandlungen vor uns. Es ist ein lauer Abend an dem ich nach meinem langen Arbeitstag im Basiscamp sitze, im Hintergrund spielen Leute Frisby oder "Hotel California" auf der Gitarre. In der Nacht vor Beginn der Konferenz sind jedoch acht Menschen durch einen für diese Jahreszeit völlig untypischen Sturm in Südafrika ums Leben gekommen. Was für ein schreckliches Ereignis in der Nacht vor dieser wegweisenden Klimakonferenz

Listen to the people, not the polluters!

Andreas Sieber, 20 Jahre jung, ist ehrenamtlich bei der Greenpeace Jugend in Deutschland aktiv und berichtet von der Klimakonferenz in Südafrika, Durban.