Wenn Sie das nächste Mal eine Biene sehen, dann denken Sie daran, dass ein Großteil der Nahrungs­mittel, die wir zu uns nehmen, maßgeblich von Insekten­bestäubung abhängig ist. Es handelt sich dabei um eine entscheidende Öko­system­dienst­leistung, die von Bienen und anderen Bestäubern erbracht wird. Aber Bienen und andere Bestäuber sterben global immer stärker aus, vorallem in Nordamerika und Europa, wodurch ihre auch für uns essentielle Rolle gefährdet ist.

In den USA wurden die Verluste von 30-40 % von kommerziellen Honigbienen Kolonien seit 2006 mit dem "Colony Collapse Disorder" in Verbindung gebracht, ein Syndrom dass sich durch verschwindende Arbeiterbienen bemerkbar macht. Seit 2004 haben die Bienenverluste in Nordamerika dazu geführt, dass so wenige Bestäuber wie noch nie in den letzten 50 Jahren vorhanden waren. In aktuellen Wintern, die Bienenkoloniesterblichkeit in Europa stieg im Durchschnitt auf 20% (allerdings bis zu 53% in manchen Ländern).

Ohne Bestäuber müsste ein Drittel der Pflanzen, die wir als Nahrungsmittel verwenden, entweder durch künstliche Methoden bestäubt werden oder es wären starke Ernteeinbuße die Folge. Bis zu 75% der Kulturpflanzen würden generell Einbuße erleiden, nach aktuellen Schätzungen beläuft sich der Wert dieser Bestäubungsdienstleistung auf 265 Milliarden €.

Das Problem könnte noch größer werden, da unsere Welt progressiv in den Anbau jener Pflanzen zusteuert, die auf Bienen (oder andere Insekten) als Bestäuber angewiesen sind. Wieso versuchen also einige politischen Entscheider immer noch, Aktionen herauszuzögern um die "cleversten natürlichen Verbündeten" von Landwirten zu beschützen.

Ein signifikanter erster Schritt

Die Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten ist für ein vorübergehendes Verbot von drei für Bienen gefährlichen Pestiziden. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung am 29.04.2013 in Brüssel. Die drei Wirkstoffe Imidiacloprid und Clothianidin von Bayer und Thiamethoxam von Syngenta sollen beim Anbau von Mais, Sonnenblumen, Raps und Baumwolle zunächst für zwei Jahre vom Markt genommen werden. Eine nötige qualifizierte Mehrheit für ein Verabschieden des Verbotes wurde aber nicht erreicht – unter anderem deshalb, weil auch Österreich gegen den Vorschlag stimmte. Die Abstimmung betraf drei Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide, die von den Agrochemie-Konzernen Bayer und Syngenta hergestellt werden und deren Gefährlichkeit für Bienen wissenschaftlich erwiesen ist. Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten haben sich deshalb vor dem Landwirtschaftsministerium eingefunden, um spontan gegen die inakzeptable Position Österreichs bei der EU-Abstimmung zu protestieren.

Die Insektengifte, über die heute beraten wurde, sind nachweislich eine Gefahr für das Leben der Bienen. Bereits geringe Mengen verursachen neurologische und physiologische Schäden und beeinträchtigen Navigation und Futtersuche. Greenpeace identifiziert im kürzlich veröffentlichten Report "Bye bye Biene? Das Bienensterben und die Risiken für die Landwirtschaft in Europa" aber noch vier weitere schädliche Pestizide, die verboten gehören.

Bienen sind unersetzlich für die Landwirtschaft

Rund ein Drittel unserer Nutzpflanzen brauchen die Bienen zur Bestäubung. Der Bestand geht jedoch weltweit zurück. Europaweit überlebten in den vergangenen Jahren durchschnittlich 20 Prozent der Bienenvölker den Winter nicht. Der Schaden, den die giftigen Pestizide von Bayer & Co. anrichten übersteigt den Nutzen für die Landwirtschaft bei weitem.

Unterzeichnen Sie jetzt die Petition zum Bienenschutz: www.bienenschutz.at