Weitere Verspätung und explodierende Kosten beim Ausbau des AKW Mochovce in der Slowakei.

Am 4. Dezember verkündete Premierminister Fico, dass die Reaktoren in Mochovce mit einer weiteren Verspätung von 1,5 bis 2 Jahren fertig gestellt werden und mehr als erwartet kosten werden. In der Atomindustrie ist das nichts Neues, wie die Pressesprecherin der „Slovenské elektrárne-ENEL“ treffend formulierte. Das fehlende Geld soll nun vom Staat aufgebracht werden. Auch das ist nichts Ungewöhnliches - auf der ganzen Welt wurde noch kein Reaktor ohne Steuergelder gebaut.

Doch das ist eine Unverschämtheit.

In einer Zeit, in der den Staatskassen Unsummen fehlen, ist es eine Verschwendung und Dummheit, dass Steuergelder in die Atomindustrie fließen.

ENEL hat nicht nur in der Slowakei Probleme. Das Unternehmen hat sich entschieden,  aus dem Projekt für die Konstruktion des EPR in Flamanville, Frankreich auszusteigen.  Dieser Reaktor sollte eigentlich ein Flaggschiff der Atomindustrie werden. Doch selbst dort scheiterte das Zeit- und Finanzmanagement fulminant. So ist der ursprünglich kalkulierte Preis von 3,3 Milliarden Euro (2005) auf 8,5 Milliarden gestiegen. Auch die Fertigstellung des Baus ist bei weitem nicht zu Ende, es kann also eine noch größere Steigerung erwartet werden.

Wie wird es mit ENEL weitergehen? Werden sie aus dem Projekt in Mochovce aussteigen? Oder werden sie versuchen, die Regierung zu erpressen um mehr staatliche Gelder zu bekommen? Ich frage mich, wie Robert Ficos Regierung reagieren wird. Für die Verbesserung der Lebensbedingungen von tausenden Lehrern wurde noch kein Geld gefunden. Werden sie es für Reaktoren finden?