Thomas Breuer,  Leiter des Atom- und Energiebereichs bei Greenpeace berichtet von seiner Arbeit mit einem internationalen Greenpeace-Team in der Region Fukushima.

Nach fast zwölfstündiger Fahrt sind wir in Yonezawa angekommen. Wir haben uns entlang der Westküste bewegt, da die Strassen der direkten Verbindung für Rettungsfahrzeuge freigehalten werden. Zudem wollten wir uns bei der Anreise nicht durch höher kontaminiertes Gebiet bewegen. Der Abend war ausgefüllt mit der Detailplanung der beiden Touren für Montag und erneuter Gerätetests.

Im ersten Morgenlicht haben wir die Wagen vorbereitet. Das bedeutet alles im Wagen mit Plastik abzudecken und alle Geräte einzupacken. Ebenfalls dabei sind Überlebenskits, falls wir irgendwo durch ein erneutes Erdbeben festgesetzt werden. Ich habe ein Satellitentelefon dabei und werde aus Deutschland über das Wetter, Windrichtung und eventuelle neue Ereignisse im AKW Fukushima informiert.

Nach erneutem Überprüfen der Situation am havarierten Reaktor und der Windvorhersage haben sich unsere Teams auf den Weg gemacht. Das erste Team bewegt sich in ein stark kontaminiertes Tal etwa 50 Kilometer nordwestlich der Anlage.

Das zweite Team, in dem ich bin, fährt nach Minami Soma, etwa 25 Kilometer nördlich der havarierten Atomanlage. Der dortige Bürgermeister hat uns zu Hilfe gerufen, weil er möchte, dass der Ort evakuiert wird – mit Hilfe der Regierung. Bislang sind die Menschen nur aufgerufen, das Gebiet freiwillig zu verlassen. Das bedeutet, sie bekommen keine ausreichende Unterstützung. Es sind auch viele geblieben, weil sie der Regierung vertrauen.

Sayõnara,
Thomas