Thomas Breuer, Leiter des Atom- und Energiebereichs bei Greenpeace berichtet von seiner Arbeit mit einem internationalen Greenpeace-Team in der Region Fukushima.

Gestern haben wir sehr intensive Messungen in der Stadt Fukushima – 60 Kilometer vom Reaktor entfernt – etwa 300.000 Einwohner – vorgenommen. Wir haben an sehr vielen Punkten im Zentrum gemessen und je nach Untergrund Level von 1 bis 4 Mikrosievert pro Stunde gemessen. Da wir noch nicht feststellen konnten, ob es sich um radioaktives Cäsium handelt und damit einen langfristigen Effekt hätte – siehe Kontamination in Teilen des Bayerischen Waldes vom Tschernobyl-Fallout – können wir auch noch nichts über die notwendigen Massnahmen sagen.

Klar ist nur, egal wo man geht und steht, strahlt es. Besonders schlimm ist, dass die Menschen überhaupt nicht darauf vorbereitet worden sind, wie sie sich verhalten sollen.

Ein Beispiel: Ein kleines Mädchen vielleicht vier Jahre alt ging mit ihrer Mutter auf der anderen Strassenseite. Sie lies ein Spielzeug in den Staub fallen und hob es direkt wieder auf. Genau hier fängt das Problem an, das Spielzeug ist aller Wahrscheinlichkeit nach kontaminiert und sie hätte es liegen lassen müssen.

Die höchsten Level haben wir dort gefunden wo Kinder spielen, auf einem Spielplatz. Die radioaktiven Partikel können sich wesentlich besser auf sandigen oder staubigen Plätzen ablagern, als auf Asphalt, wo sie leichter weggespült werden können.

Das alles zeigt, dass es quasie unmöglich ist, mit den Folgen der Freisetzung von Radioaktivität umzugehen. Es bleibt eine gewisse Hilflosigkeit zurück. Sie wird noch verschlimmert durch eine Regierung und einen Betreiber, die nicht ausreichend – und für die meisten Menschen unverständlich – kommunizieren.

Sayõnara,
Thomas