Rasen am Ring

Wer bei "Rasen am Ring" heute noch an quietschende Autoreifen, röhrenden Auspufflärm und Abgaswolken denkt, der war nicht dabei.

Denn Rasen am Ring setzt sich zum Ziel, den Menschen wieder einen Teil der Straße, die sonst immer nur den Autos gehört, zurückzugeben. In dem Fall hat sich die wunderschöne Wiener Ringstraße an diesem Tag zu einer riesigen Picknickwiese für Fußgänger und Radfahrer verwandelt.

Das Projekt will vermitteln, wie das urbane Leben sein könnte, wenn nicht der Großteil des öffentlichen Raumes dem motorisierten Verkehr gewidmet wäre. Nämlich deutlich entspannter – mit weniger Abgasen, weniger Feinstaub, weniger Lärm.

In vielen Städten sind verkehrsberuhigte Zonen weit verbreitet und erhöhen dort die Lebensqualität schlagartig. Dennoch ist der Widerstand gegen solche Projekte zu Beginn sehr hoch, ohne aus den Erfahrungen gelernt zu haben. Denn wer könnte sich heute noch vorstellen, dass etwa die Kärntner Straße in Wien einst ein vielbefahrene Straße war oder die Salzburger Altstadt oder die Linzer Landstraße?

Dazu kommt noch, dass der Verkehr zu den schlimmsten Verursachern des Klimawandels zählt. Rund ein Viertel aller CO2-Emissionen stammen in Österreich aus dem Verkehr. Dabei ist der CO2-Ausstoß der Kraftfahrzeuge im städtischen Bereich am höchsten, und es wären viele Fahrten gerade in der Stadt eigentlich verzichtbar.

Unterstützt wurde die Aktion „Rasen am Ring“ von IG Fahrrad, Greenpeace, Global2000, WUK Fahrrad, ARGE Schöpfungsverantwortung, Virus, Rettet die Lobau, und der critical mass.

Niklas Schinerl, Greenpeace Klimaexperte