Die brasilianische Regierung hat trotz der Proteste von Umweltschützern und Ureinwohnern grünes Licht für den Bau des drittgrößten Staudamms der Welt gegeben.

Und damit beginnt sich eine bekannte Geschichte zu wiederholen. Ähnlich wie beim Staudammprojekt in Ilisu in der Türkei, wird ein unverhältnismäßig großes Projekt angegangen, werden wieder alle Umweltschutzbedenken ignoriert, müssen wieder Menschen umgesiedelt werden. Und schon wieder scheinen österreichische Unternehmen bei dem Projekt mitmischen zu wollen.

Die örtlichen Behörden kritisierten, der Bau werde "Evakuierungen vom Umfang beim Bau des Panama-Kanals" nötig machen. Außerdem drohe der Stausee den Xingu auf einer Strecke von 100 Kilometern auszutrocknen, darunter würden tausende Ureinwohner und Kleinbauern leiden. Nach Angaben der Bewegung Xingu Vivo müssen wegen des Baus 20.000 Anwohner ihre Heimat verlassen. Außerdem würden 100.000 Menschen in die Region kommen, in der Hoffnung, bei dem Bauprojekt Arbeit zu finden.

Aber nicht nur eine österreichische Firma scheint vor Ort aktiv zu sein. Auch der Vorarlberger Geistliche Erwin Kräutler, der als Bischof von Xingu seit Jahren für die Ureinwohner und den Umweltschutz im Amazonas kämpft, hat seine Ablehnung für das Projekt bekundet.

Niklas Schinerl