Und wieder einmal darf ich ganz herzliche Grüße von Bord eines Schiffes im Auftrag von Greenpeace senden. Auch wenn diesmal vieles ganz anders läuft als sonst. Bei dieser Tour geht es ganz und gar um die Nordsee und ihren Schutz und zu diesem Zweck hat sich Greenpeace in den Niederlanden die „Sleipner“ angemietet, ein ehemaliges norwegisches Kriegsschiff, das nun im Auftrag der Forschung und des Schutzes unterwegs ist.

Mit Dropcam (Also einer Kamera, die von Bord aus über Kabel nach unten gelassen wird und mit der Aufnahmen des Untergrundes möglich sind), ROV (Remotely Operated Vehicle – im Grunde ein über Kabel fernsteuerbarer Roboter, der unter Wasser spektakuläre Aufnahmen machen und dabei in Tiefen vorstoßen kann, die für Taucher nicht mehr erreichbar sind) und anderen technischen Hilfsmitteln ausgestattet geht es in erster Linie darum zu zeigen, welchen Schaden Schleppnetze anrichten können. Und schon die ersten Ergebnisse, die wir nach nur einer Woche gesammelt haben sind zumindest herzeigbar.

Nach einer Woche auf der Klaverbank, einem Marinen Naturschutzgebiet nahe Hollands konnten wir sowohl schöne Natur als auch vollkommene Zerstörung finden. Von Krebsen, Fischen, Weichkorallen und anderen wunderschönen Tieren abgesehen war allerdings der Sand im Vordergrund. Wo noch vor ein bis zwei Jahrzehnten riesige Seegraswiesen den Lebensraum für Seepferdchen und vor allem Kinderstube für Jungfische bildeten können jetzt fast nur noch Plattfische überleben. Und die Spuren, die die Netze hinterlassen sind keineswegs klein: Mit dem ROV konnten wir eine frische Spur direkt hinter einem Trawler untersuchen, die immerhin einen halben Meter tief in den Meeresboden geschnitten war. Von kleinem Schaden für das Ökosystem kann also nicht mehr wirklich die Rede sein. Auch tauchender weise wurden diese Stellen näher unter die Lupe genommen und die Zerstörung wurde nur noch offensichtlicher (www.sosnoordzee.nl).

Aber die Reise geht weiter und so sind wir seit gestern Nacht im nächsten großen Naturschutzgebiet der Nordsee angekommen und suchen weitere Gründe die Schutzgebiete auszuweiten und die Bestände, die noch hier sind besser zu schützen! In diesem Sinne erstmals alles Gute von Bord der Sleipner und vielleicht beim nächsten Fischkauf noch besser darauf achten wo und wie die Tiere gefangen wurden…

Euer Manuel Marinelli