Letztes Wochenende ging es für mich ab in den nördlichen Süden Indiens, nach Hyderabad. Hyderabad ist die Hauptstadt von Andrah Pradesh und eine Nachtfahrt mit dem Zug von Bangalore entfernt. Hyderabad ist so etwas wie die zweite IT-Hochburg Indiens und gerade durch den Finanzzusammenbruch des dortigen größten IT Unternehmens Satyam geprägt. Der Zusammenbruch folgt einem globalen Muster und ist v.a. durch das jahrelange systematische Fälschen der Bücher gekennzeichnet. Andrah Pradesh ist ansonsten ein vielfältiger Staat, mit einer langen Küste und einem trockenen Hochplateau - ganz vereinfacht beschrieben. Jedenfalls unterstützt die Österreichische Dreikönigsaktion hier eine ganze Reihe von Entwicklungsprojekten und ich war zu einem Skillshare über Klima eingeladen. Mit mir gemeinsam waren noch zwei indische Experten als Sprecher engagiert.

Das spannende an der Veranstaltung war der Perspektivenwechsel. Als Greenpeace interessieren wir uns überwiegend für die so genannte "Mitigation"-Seite des Klimawandels; d.h. die Art und Weise, wie wir den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren können. Für die indischen Projekte war die "Adaptation"-Seite des Klimawandels wichtiger; d.h. die Art und Weise, wie wir uns an die stattfindenden Veränderungen anpassen können. Insbesondere die Frage nach der zukünftigen Wasserversorgung dominierte die Diskussion.

Das ländliche Indien ist völlig von der Landwirtschaft bestimmt und diese ist wiederum vom Monsun abhängig. Das Schreckensszenario für diesen Teil Indien ist, dass der Monsun durch den Klimawandel beeinträchtigt werden könnte. Bislang ist der Monsun sehr verlässlich, auch wenn es einmal trockenere Jahre oder zu heftige Regenfälle gibt. Entsprechend der Klimamodelle wird aber der Monsun zukünftig viel stärkeren Schwankungen unterliegen. D.h. die Menschen in Andrah Pradesh können weniger planen und werden häufigeren schweren Dürren und immer wieder sehr heftigen Regenfällen mit Überschwemmungen ausgeliefert sein.

Trotzdem oder gerade deswegen war das Interesse an den Möglichkeiten zur "Mitigation" bei den Projekten sehr groß und v.a. auch das Interesse an den Möglichkeiten in Indien selber zu handeln. Mal schauen, was sich aus diesen Diskussionen alles so entwickeln kann. Die Handlungsbereitschaft ist hier in Indien - häufig anders als in Österreich - doch stark gegeben.