Wie gerne erzählen wir uns nicht immer wieder Geschichten und Anekdoten rund um legendäre  Greenpeace-Aktionen. Als Aktivist oder Aktivistin können wir dabei aus dem Vollen schöpfen - mit jeder Aktion entstehen neue Geschichten.  Daraus ergab sich die Idee, Sie, werte Leser und Leserinnen, auch daran teil haben zu lassen.

Manuel als "Deckhand" auf der Esperanza

Wer das Geschehen bei Greenpeace in den letzten Wochen und Monaten ein bisschen mitverfolg hat, wurde zwangsläufig auch auf die „Esperanza“ aufmerksam. Dabei handelt es sich um genau jenes Schiff, von dem aus die Ölbohrplattform „Stena Don“ besetzt wurde.

Eigentlich ist die Esperanza ein ehemaliges Feuerwehrschiff, das mittlerweile ein gut funktionierendes Aktionsschiff ist. Nachdem sie im letzten Jahr zwei mal hintereinander zumindest am Rande des Nordpols unterwegs war, hat sie sich nun eine kleine Pause verdient. Die war bitter notwendig, um fällige Wartungsarbeiten zu unternehmen. Und aus dem Grund steht momentan sowohl die „Esperanza“ als auch ihre internationale Besatzung im wahrsten Sinne am Trockenen.  Zum einen bekommt das Schiff eine Wartung der Ballasttanks, wozu der Rumpf geöffnet werden muss und im Zuge dessen kann auch gleich alles andere geöffnet werden, was auf See nicht angerührt werden sollte.

Und so ist unser Alltag auf der Esperanza - falls man von so etwas hier überhaupt sprechen kann - erfüllt von groben bis sehr feinen Reinigungsarbeiten. Unter "feiner Reinigung" wird in dem Fall auch das Abschlagen von Rost (egal ob mit Hammer oder Needlegun) bis zur Vorbereitung des blanken Stahls mit Flex und sonstigen "feinen" Werkzeugen verstanden. Zumindest läuft an Bord nie jemand Gefahr Langeweile zu haben, zumal man auch nie genau weiß, wie lange man noch im Hafen sein wird.

Greenpeace-Aktivist zu sein bedeutet flexibel zu bleiben.  Sehr viel von unseren Fahrten und Aktionen hängt nun einmal auch vom Wetter ab, das sich leider nicht so gut bestimmen lässt wie wir es manchmal gerne hätten.

Als Meeresbiologe und Taucher bin ich nicht nur gerne auf den Greenpeace-Schiffen unterwegs, sondern ist mir persönlich gerade diese Thematik - Meeresschutz, Überfischung der Meere, Fischmagnete - sehr, sehr wichtig. Hat man einmal zwischen einzigartigen Korallenriffs getaucht, weiß man, was hier am Spiel steht. Über die Überfischung und Gefährdung des Tunfisches sollten wir alle Bescheid wissen, finde ich. Dazu kann man übrigens einen Protestbrief verschicken - denn da werden äußerst üble Fangmethoden eingesetzt, die nicht nur Tunfische, sondern auch Meeresschildkröten, Haie und Rochen töten.

Wohin es  als nächstes gehen soll kann ich bislang nur gerüchteweise sagen… Daher: Lieber abwarten und sehen, welches Land als nächstes in Sicht ist…und stattdessen Protestbriefe verschicken!

Manuel Marinelli