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In wenigen Monaten soll bei der UNO-Klimakonferenz in Kopenhagen endlich ein internationales Klimaschutzabkommen auf Schienen gebracht werden. Um bereits im Vorfeld die richtigen Weichenstellungen zu treffen, spielte der Klimaschutz beim G8 Gipfel in Italien eine zentrale Rolle. Dort haben sich die stärksten Volkswirtschaften der Welt, die größten Verursacher des Klimawandels und die wichtigsten Schwellenländer auf ein Klimaschutzziel geeinigt. Was aber passiert, wenn die Erwärmung doch die zwei Grad - Marke übersteigt? Unmittelbare Auswirkungen auf den Menschen sind größere Hungersnöte durch den Rückgang der landwirtschaftlichen Produktivität und durch Ernteausfälle. Sollte die Temperatur stärker ansteigen könnte in vielen Regionen (etwa Südostasien) die Trinkwasserversorgung nicht mehr gewährleistet werden. Wasserknappheit führt zu Ressourcenkonflikten und zu hygienebedingten Krankheiten. Die Ökosysteme wie Regenwälder könnten einem radikalen Wandel unterliegen, zu großen Teilen verloren gehen und sich vom CO2-Speicherplatz zu einer neuen CO2-Quelle entwickeln. 95 Prozent der Korallen sind dann Geschichte, inklusive der unmittelbaren Auswirkungen auf die Fischerei und auf den Küstenschutz. Rund ein Viertel der Arten ist bei 2 Grad Erderwärmung vor der Auslöschung. Der ansteigende Meeresspiegel wird für die 25-50 Millionen Menschen in Küstennähe zum Problem werden. Wetterextreme nehmen deutlich zu: Häufigere Überflutungen, Dürrezeiten und Tropenstürme führen zu großen wirtschaftlichen Schäden. Warum ist es so wichtig, dass die durchschnittliche Temperatur nicht stärker ansteigt? Die Anerkennung der zwei Grad Celcius-Obergrenze ist nicht nur wissenschaftlich von Bedeutung, weil bei einer stärkeren globalen Erwärmung so genannte positive Rückkopplungseffekte einsetzen werden. Diese beschleunigen den Klimawandel dann innerhalb weniger Jahre sprunghaft. Zu diesen Rückkopplungseffekten zählen etwa

  • das Verschwinden der Regenwälder oder
  • der Anstieg der Meerestemperatur, wodurch weniger CO2 gespeichert werden kann,
  • das Auftauen des arktischen Eises und der Permafrostböden in der russischen Tundra mit ihren gigantischen Treibhausgaslagern darunter.

Die ersten dieser Effekte sind schon jetzt deutlich sichtbar: So wird die Arktis in wenigen Jahren bereits den Sommer über vollkommen eisfrei sein. Niklas Schinerl, Greenpeace Klimaexperte