Jetzt bin ich wieder kurz zurück in Bangalore. Die UN-Klimakonferenz im polnischen Poznan lag terminlich so knapp, dass vor dem großen Weihnachtsurlaub noch 10 Tage intensivste Arbeit notwendig waren. Also direkt von der Konferenz zurück nach Bangalore, einen Tag ausrasten, und seither durcharbeiten. Indien ist nämlich ganz genauso wie Österreich. Gegen Ende des Jahres muss noch viel fertig gemacht werden und es häufen sich die letzten Planungsmeetings und alles wird hektisch.

Indien ist überhaupt nicht wie Österreich. Es ist Mitte Dezember und abgesehen von ein paar Straßenverkäufern, die Weihnachtsmannzipfelmützen verkaufen ist von Weihnachten nichts zu merken. Kein Wunder, Weihnachten ist den Hindus und Moslems hier religiös völlig egal und die westlich-orientierte Konsumschicht ist dann doch zu klein um das Stadtbild zu prägen. Für diese Gruppe von Indern ist Weihnachten vergleichbar mit Halloween, eine nette Gelegenheit zu shoppen und Gebräuche, die man aus US-amerikanischen Serien kennt, zu imitieren.

Indien ist aber wieder wie Österreich was die Bedeutung von Weihnachten bzw. Neujahr als Jahreszäsur betrifft. Nach dieser sehr arbeitsintensiven Woche ist heute das Büro fast leer. Da sind grad noch die Kolleginnen und Kollegen aus Südindien. Die Nordinder sind alle schon auf Heimaturlaub. Umgekehrt ist mein lieber Kollege Srinivas, der aus Bangalore stammt, aber in Delhi das politische Büro leitet, heute da, weil Heimaturlaub. Also zwischen dem 24. Dezember und dem 4. Jänner ist das Greenpeace Büro auf Sparflamme. Vereinzelte Bereitschaftsdienste sind so ziemlich alles, was stattfinden wird. Jeder der kann fährt heim, was bei der Größe Indiens ziemlich aufwendigem Reisen gleich kommt.

Tja, und nachdem ich eh gerade in Europa war geht der Weihnachtsurlaub heuer nach Rajasthan in die indische Wüste. Da ist es für dortige Verhältnisse im Moment recht kalt, also kaum mehr als 30 Grad und das muss man nützen. Einziger Wermutstropfen sind die wunderschönen Schneebilder, die man aus Österreich zu sehen bekommt.