© Antje Helms / Greenpeace

Die Rainbow Warrior II hat heute ihren Einsatz im Dienst für Greenpeace beendet. Nun wird sie in Bangladesch für die Organisation „Friendship“ als schwimmendes Krankenhaus verarmte Küsten-Gemeinden mit medizinischer Hilfe versorgen können – schön, dass dieses Schiff auch in Zukunft für viele Menschen Hoffnung und Hilfe bringen wird. Für Greenpeace geht eine Ära zu Ende – und damit werden auch ein paar persönliche Erinnerungen wach an dieses legendäre Greenpeace-Flaggschiff! Zum Beispiel an einen überraschenden, wie einzigartigen Einsatz, in dem unser Wiener Büro und Greenpeace CEE eine tragende Rolle spielten.

Es war im November 2006, als die Internationale Tunfischkommission (ICCAT) zu ihrer Jahreskonferenz in Dubrovnik/Kroatien zusammenkam. Die Rainbow Warrior war zuvor mehrere Monate in der gesamten Mittelmeer-Region unterwegs gewesen. Bei den Patrouillenfahrten hatte sich herausgestellt, dass die Situation des Blauflossentunfisches im Mittelmeer noch prekärer war als angenommen - Greenpeace konnte dabei etliche illegale Tunfisch-Flotten dokumentieren. Um die Delegierten der internationalen Tunfisch-Konferenz eindringlich auf die sofort notwendigen Schutzmaßnahmen hinzuweisen, wurde kurzerhand entschieden, die Rainbow Warrior an der Konferenz in Dubrovnik „teilnehmen“ zu lassen. Da Kroatien zwar zur CEE-Region gehört, wir dort aber kein Büro haben, war ein kleines Team aus unserem Wiener Büro plötzlich für die gesamte Organisation und Logistik dieses außergewöhnlichen Schiffsbesuches zuständig. Es war der erste Besuch eines Greenpeace-Schiffes in Kroatien, das öffentliche Interesse war dementsprechend enorm! Hilfskoch, Deckhand, Meereskampaigerin, Pressesprecherin, Logistik-Koordinator, Fotografin … – für zwei Wochen kam plötzlich ein beachtlicher Teil der Rainbow Warrior Crew aus Wien!

Für uns waren es zwei arbeitsreiche und eindrucksvolle Wochen, die wir an Bord verleben durften: Wir organisierten Schiffs-Pressekonferenzen, „Open Boat“-Besuchstage mit hunderten von Menschen, Kinderführungen und Bilder-Projektionen in der Altstadt von Dubrovnik. Wir malten Banner, kochten für die Crew oder empfingen Konferenz-Delegierte an Bord. Praktischerweise lag das Konferenz-Hotel direkt am Meer und so kreuzte die Rainbow Warrior während der Konferenz direkt vor den Augen der Delegierten. Von Bord aus konnten wir deutlich die zahlreichen Teilnehmer mit ihren Kaffetassen hinter den Panoramafenstern erkennen, die in den Konferenzpausen zu uns hinüberschauten. „ICCAT – the world is watching you!“ war für sie ebenso deutlich auf dem Banner zwischen unseren Masten zu lesen…

© Teresa Novotny / Greenpeace

An einem herrlichen Morgen segelten wir mit dem Schiff zum Sonnenaufgang direkt vor Altstadt von Dubrovnik. Im allerschönsten Morgenlicht warfen die Segel der Rainbow Warrior ihre langen Schatten auf die historische Mauer, die die Altstadt umgibt. Dieser friedliche Augenblick wird mir immer ganz besonders in Erinnerung bleiben.

22 Jahren segelte die Rainbow Warrior II für Greenpeace rund um die Welt; seit 22 Jahren arbeite ich für Greenpeace. Der Rainbow Warrior habe ich dabei auch meine erste „Begegnung“ mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace zu verdanken: Im Juli 1989 wurde ich bei einem Hamburg-Besuch zufällig Augenzeugin der Taufe der Rainbow Warrior II im Hamburger Hafen. Meine Neugier auf Greenpeace war geweckt und nur drei Monate später begann ich für Greenpeace zu arbeiten… Alles Gute, Rainbow Warrior, und allzeit eine Handbreit Wasser unterm Kiel!