solar_generation_cop15_02 Heute haben wir die US-Botschaft aufgewirbelt. Damit starten wir eine Reihe von Besuchen bei Botschaften von so genannten „Battleground-Countries“. Das sind Länder, deren Position und Angebote bei der Klimakonferenz nächste Woche sehr wichtig für das Ergebnis sind. Das heißt, es hängt zu einem großen Teil von jedem einzelnen von ihnen ab, ob während der Klimakonferenz in Kopenhagen ein faires, ehrgeiziges und rechtlich bindendes Abkommen unterzeichnet werden wird.

Deshalb werden wir diese Woche die USA, Frankreich, Deutschland und Brasilien aufwecken.

Darüber hinaus werden bei der Konferenz auch China und Indien auf Seite der Entwicklungsländer eine tragende Rolle spielen. Da die Jugenddelegationen aus diesen Ländern aber noch nicht in Kopenhagen sind, gibt es für diese Länder diese Woche noch keine Weckrufe.

Doch zurück zum „Aufwecken“ der amerikanische Botschaft: Die letzen beiden Tage haben wir alle ein „Trommel-Training“ absolviert und so haben wir unseren Weckruf, unter lautem, aber inzwischen schon ziemlich professionell klingendem Trommeln (auf blauen Plastikfässern und blechernen Kübeln), begonnen. Blue, eine unsere Zimmer-Kolleginnen, war bis gestern ziemlich krank und deshalb ziemlich wortkarg.
Aber heute – WOW! – hat sie eine unglaublich coole Version von „We will rock You“ getextet und zum Weckruf gesungen. Auch das gesamte Straßentheater vor der Botschaft hat sie geschrieben und geleitet. Die „national days“ werden von den jeweiligen Delegierten des aufzuweckenden Landes geleitet – und so war der amerikanische (Cheerleader???-)Touch heute unüberseh- und –hörbar („Shake your booty and stir up the system“). Jess aus den USA beschreibt das so: „In true American fashion, we had a loud ‘n rowdy march. We taught our international crew of Germans, French, Russians, and Dutch some American protest chants, which involved a lot of hilarious accents where a lot of meanings were lost in translation. “

Die Chants waren wirklich sehr cool und haben die Demo sehr dynamisch und motivierend gemacht - einer der Chants wurde deshalb kurzerhand zum Titel dieses Blogeintrags. Beeindruckt war auch die Security der amerikanischen Botschaft. Die waren über den (bei ihnen und der Polizei angemeldeten) Wirbel so erstaunt, dass sie uns entgegen gestürmt kamen und wir auf die andere Straßenseite wechseln mussten - Sicherheitsabstand. Die dänische Polizei daneben war da deutlich relaxter und hat eigentlich nur gelächelt.

Brinkley und Jess von der amerikanischen Delegation durften in die Botschaft hineingehen und ihre Forderungen einem Repräsentanten übergeben. Sie fordern nicht nur ein faires, ehrgeiziges und bindendes Ergebnis sondern auch, dass Obama nicht zur falschen Zeit am richtigen Ort sein wird - er plant nämlich am 9. Dezember nach Kopenhagen zu kommen. Wirklich wichtig wäre seine Anwesenheit jedoch zum Ende der Konferenz, wenn das Abkommen unterzeichnet wird, also mehr als eine Woche später.

Am Ende der Woche wird’s vom Marsch ein Video geben, wir werden es hier im Blog posten. Wenn ihr noch mehr über’s Aufwecken erfahren wollt, schaut in unseren internationalen Blog, in den Jess, aus den USA, einen sehr lesenswerten Eintrag gestellt hat. http://weblog.greenpeace.org/solargeneration/

Auch sonst war der Tag sehr motivierend: Viele Menschen bleiben bei unserem selbst aufgebauten Zelt stehen. Ein Einheimischer brachte mir (Valerie) einen heißen Cafe und wünschte viel Glück - für mich und meine Generation. Update (5.12.): Obama kommt zum Ende der Konferenz! (http://www.1000000taten.greenpeace.at/index.php?id=7196&news_id=172&page=#read) Yeah!