Haben Sie gewusst, dass Zara FilialleiterInnen der Zentrale jeden Tag über die Ereignisse in ihrer Filiale Bericht erstatten? WirtschaftsjournalistInnen sagen, dass dies der "Fast-Fashion"-Modekette dabei hilft, Chancen zu erkennen und mit Lichtgeschwindigkeit auf neue Trends zu reagieren.

Vor vier Tagen haben wir unsere Kampagne gestartet und Zara dazu aufgefordert auf gefährliche Chemikalien zu verzichten. Aber bislang hat das Unternehmen noch keine Schritte gesetzt um ihre Mode zu "entgiften".

Diese Woche haben AktivistInnen in Hong Kong, Budapest, Genf, Hamburg und Madrid Zara einen Besuch abgestattet und Zara eine Nachricht hinterlassen, die garantiert im Bericht der jeweiligen FilialleiterInnen gestanden ist. Hier finden sich nur einige der Fotos der Aktionen, die von sehr vielen Menschen in Rekordgeschwindigkeit via  Twitter, Facebook, Instagram, und China's führender Social Media Plattform Weibo verbreitet wurden.

AktivistInnen haben sich als Schaufensterpuppen verkleidet und Banner vor dem Schaufenster eines der größten Geschäfte in Madrid gehalten haben, welche die Aufschrift "No More Fashion Victims" trug. Es handelte sich dabei um ein Wortspiel mit dem englischen Begriff "Fashion Victim", der üblicherweise für Modebegeisterte verwendet wird, hier aber Opfer der Modeindustrie bedeutet, weil durch gefährliche Chemikalien Menschen zu Schaden kommen können.

© Pedro Armestre / Greenpeace

 

Sie haben überdies vor einem der größten Geschäfte in Madrid ein Banner entrollt, wo in Spanisch zu lesen war: "Zara, schließt Euch der giftfreien Modeindustrie an".

© Pedro Armestre / Greenpeace

 

Vor dem Zara-Geschäft in Genf haben KletterInnen ein riesiges Banner mit der Aufschrift "Zara DETOX your fashion" (Zara, entgiftet Eure Mode) aufgehängt.

© Greenpeace / Alban Kakulya

 

Im Zentrum von Hong Kong haben sich drei Greenpeace-AktivistInnen ins Schaufenster von Zara gestellt und sich mit Tarnfarben „unsichtbar“ gemacht.

© Clement Tang / Greenpeace

 

KletterInnen haben ein riesiges Fotobanner vor dem Zara Geschäft in Hamburg gehängt, das die Aufschrift trug: "Kennen Sie Zaras Schmutziges Geheimnis? Detox Now'".

© Doerthe Hagenguth / Greenpeace

 

Vor einem Geschäft im Zentrum von Budapest haben AktivistInnen in Schutzbekleidung und Schutzmasken protestiert.

© Tivadar Domaniczky / Greenpeace

 

All diese Aktivitäten haben am Dienstag dieser Woche begonnen, als wir bei einer Pressekonferenz in Peking die Ergebnisse unseres letzten Berichts "Giftige Garne" veröffentlicht haben. Dieser Bericht enthüllte, dass Bekleidungsstücke von 20 internationalen Modekonzernen gefährliche Chemikalien enthalten.

Es war keine herkömmliche Pressekonferenz. Es begann mit einer "Giftmodenschau", wo die Models zeigten, wie Bekleidungshersteller wie Zara uns alle zu Opfern der Modeindustrie machen, indem sie uns dazu zwingen Textilien zu kaufen, die zur Verschmutzung der weltweiten Wasserwege durch gefährliche Chemikalien beitragen. Die Ursache liegt darin, dass die Zulieferbetriebe dieser Unternehmen während des Herstellungsprozesses gefährliche Substanzen verwenden und die Flüsse in den Produktionsländern verschmutzen. Aber die Geschichte endet nicht dort. Weil Rückstände dieser Chemikalien in den Textilien bleiben, werden diese beim Waschen der Kleidungsstücke in der Waschmaschine freigesetzt und damit ebenfalls Flüsse rund um den Erdball verschmutzt.

Was können wir nun tun?

Das erste, das Sie tun können – sofern Sie das nicht ohnehin schon gemacht haben – ist bei unserer Petition mitzumachen. Mehr als 270.000 Personen haben bislang mitgemacht. Für uns ist das erst der Anfang.

Wir haben festgestellt, dass Tausende Tweets, Facebook-Statusmeldungen und andere  Kommentare im Internet von besorgten KonsumentInnen, AktivistInnen und Modebegeisterten verschickt wurden, die von Zara fordern, aus der Verwendung gefährlicher Chemikalien auszusteigen. Falls Sie bislang noch nicht mitgemacht haben: Bitte besuchen Sie die Facebook-Seite von Zara oder senden Sie Ihnen eine Nachricht via Twitter und fragen Sie diese, warum sie mit der rasanten Geschwindigkeit, mit der das Unternehmen Mode auf den Markt bringt, nicht auch die Freisetzung gefährlicher Chemikalien in ihrer Lieferkette beendet.

Bringen Sie die Detox-Nachricht in die Geschäfte

Die abenteuerlustigeren unter Ihnen könnten in ein Zara-Geschäft gehen und der Filialleitung eine persönliche Nachricht überbringen. Der tägliche Bericht des Filialleiters/der Filialleiterin ist Teil des geheimen Erfolgs von Zara in dieser schnelllebigen Modebranche, aber es ist auch eine Chance für Sie, um die Detox-Nachricht bis zu den ranghöchsten Stellen von Zara zu bringen.

Was Sie tun können

  • Suchen Sie auf der Zara-Website das nächste Geschäft in Ihrer Nähe (am besten über die Filialsuche).
  • Posten Sie auf Twitter oder Facebook, wann Sie dort hingehen wollen, vielleicht wollen ja einige Ihrer FreundInnen mitmachen.
  • Gehen Sie ins Geschäft und fragen Sie eine/n MitarbeiterIn, ob Sie die Filialleitung sprechen können. Wenn man Sie fragt, worum es geht, sagen Sie es geht um die Chemikalien, die Greenpeace in Zara Bekleidungsstücken gefunden hat.
  • Falls Sie Facebook oder Foursquare auf Ihrem Handy verwenden, checken Sie beim Geschäft ein und schreiben Sie "Detox Zara".
  • Wenn Sie mit dem Filialleiter/der Filialleiterin sprechen, fragen Sie diese/n (am besten in Ihren eigenen Worten) zwei Dinge:

1. Hat Zara Kleidungsstücke produziert, die keine gefährlichen Chemikalien enthält oder die Umwelt mit giftigen Substanzen verschmutzt?

und ...

2. Wird der/die FilialleiterIn bitte diese Frage an die Zentrale melden sowie nachfragen, wann die Marke eine ambitionierte Selbstverpflichtung zum "Entgiften" der Lieferkette und der Textilien machen wird?

Das ist alles, das zu tun ist. Und wenn Sie das gemacht haben, dann posten Sie bitte an dieser Stelle bei den Kommentaren zu diesem Blog eine Nachricht mit Ihren Erfahrungen.