© Clement Tang / Greenpeace

Am Dienstag hat Greenpeace erneut die „Detox“-Kampagne gestartet. Wir fordern Zara dazu auf, aus der Verwendung gefährlicher Chemikalien auszusteigen. Mittlerweile haben mehr als 200.000 besorgte KonsumentInnen, AktivistInnen und ModefreundInnen unsere Petition unterschrieben. Auch sie fordern vom weltgrößten Bekleidungshändler, dass dieser Mode ohne Umweltverschmutzung erzeugt.

Welch unglaubliche Resonanz

Wenn so eine große Gruppe Menschen dieses Unternehmen dazu aufruft, Verantwortung für die Umweltverschmutzung zu nehmen, die bei der Produktion und beim Waschen ihrer Bekleidung entsteht, ist es nicht verwunderlich, dass sich das Unternehmen nun dazu entschlossen hat zu antworten. Zara hat auf einige der E-Mails mit der ständigen Wiederholung der Aussage geantwortet, dass man „gewillt sei, die nötigen Schritte zu setzen um in der kürzest möglichen Zeit zu erreichen, dass keine gefährlichen Chemikalien mehr freigesetzt werden“.

Das ist viel versprechend. Das Team bei Greenpeace, das für Gespräche mit Unternehmen zuständig ist, führt bereits Diskussionen mit Zara, wie die Bekleidungsmarke plant, diese Worte in Taten umzusetzen. Denn Worte sind nicht genug.

Genau in diesem Moment wird unser Wasser durch die Freisetzung gefährlicher Chemikalien aus der Textilindustrie vergiftet. Wenn diese problematischen Substanzen in die Umwelt gelangen, können sich diese in noch viel gefährlichere Stoffe aufspalten: einige sind hormonell wirksam, manche können die Fortpflanzung gefährden und einige könnten sogar gar Krebs verursachen.

Mittwoch, 14. November 2012

Viele dieser Chemikalien konnten durch Tests in einem unabhängigen Labor in Zara-Bekleidungsstücken nachgewiesen werden. Das bedeutet, dass solche während des Produktionsvorgangs verwendet wurden und später in die Flüsse und Wasserwege rund um den Erdball gelangt sind.

Und wenn eine Marke wie Zara am laufenden Band 850 Millionen Kleidungsstücke pro Jahr auf den Markt wirft, dann hat das enorme Auswirkungen. Und zwar sowohl auf die Umwelt als auch auf die Menschen, die dieses Wasser zum Trinken als auch für ihre Existenzgrundlage benötigen.

Das ist der Grund, warum wir Zara ausgewählt haben. Allein aufgrund des Ausmaßes und der Größe ist Zara in der Lage, uns in eine giftfreie Zukunft zu führen. Das bedeutet, dass Zara ideal geeignet wäre, umfangreiche Veränderungen in der Textilbranche zu beschleunigen. Zulieferbetriebe hören auf Marken wie Zara, weil sie von ihnen so viele Aufträge erhalten. Und es ist logisch, dass dem Weg, den der Marktführer geht, automatisch auch andere folgen werden.

Also was genau fordern wir von der weltgrößten Bekleidungsmarke?

Wir sind der Ansicht, dass Zara Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und der Umwelt trägt und die Freisetzung sämtlicher gefährlicher Chemikalien aus ihren Textilien und aus deren Produktionsprozess beenden muss. Überdies muss Zara von seinen Zulieferbetrieben verlangen, dass diese offenlegen, welche Chemikalien sie in unsere wertvollen Wasserwege freisetzen. Sowohl die Menschen, die in der Nähe dieser Fabriken leben, als auch jene, die solche Produkte kaufen, haben das Recht darauf zu erfahrenen, was in diesen Kleidungsstücken enthalten ist und welche gesundheitsschädlichen Auswirkungen diese Chemikalien haben können, wenn sie in die Umwelt abgegeben werden.

Einige von Zaras Mitbewerbern haben bereits gezeigt wie es geht. So hat sich beispielsweise Marks & Spencer dazu verpflichtet, bis Februar 2013 Einzelheiten zur Umweltverschmutzung durch einige Zulieferbetriebe zu veröffentlichen. In Anbetracht der Tatsache, dass Zara wesentlich mehr Kleidungsstücke als M&S pro Jahr produzieren lässt, leuchtet es ein, dass Zara rasch von wesentlich mehr Zulieferbetrieben fordern muss, diese Informationen zu veröffentlichen.

Ein weiterer Mitbewerber, H&M, hat ein konkretes Datum zum Ausstieg aus PFCs (Hier ein Link zu den Chemikalien in Textilien), eine der problematischten Chemikaliengruppen der Textilindustrie, genannt. H&M sagt, dass dies mit 1. Jänner 2013 möglich ist. Also was hält Zara davon ab, das gleiche – auch für andere problematische Chemialiengruppen – zu tun, die für die Herstellung der Zara Mode eingesetzt werden?

Das Unternehmen kann derzeit innerhalb von nur 15 Tagen ein neues Kleidungsstück entwerfen, produzieren und in die Läden bringen. Wir wollen sehen, wie sie mit dem gleichen Tempo auf die Dringlichkeit reagieren, die Umweltverschmutzung zu beenden und die Modeindustrie ein für alle Mal aufräumen.

Schließlich weiß Zara von diesem Problem bereits schon seit längerer Zeit. Der erste Greenpeace-Report, der die Umweltverschmutzung durch die Textilproduktion aufgezeigt hat, wurde bereits vor 18 Monaten veröffentlicht. Seit diesem Zeitpunkt hat Zara nur sehr wenig getan. Aber dank Ihrer großartigen Unterstützung, Ihrer Hartnäckigkeit und Ihrer Kreativität scheint das Unternehmen nun jetzt langsam aufzuwachen.

Lassen Sie uns das gemeinsam tun!

Bitte erzählen Sie Ihren FreundInnen über unsere Kampagne. Je mehr Menschen sich einbringen, desto mehr Führungskräfte dieses Unternehmens (darunter der drittreichste Mann der Welt) werden begreifen, dass sie sofort ambitionierte Taten setzen müssen, um Zara zu „entgiften“. Und dann würden wir uns freuen, wenn Sie Zaras Facebook-Seite besuchen oder ihnen eine Nachricht über Twitter senden und die Marke dazu auffordern als weltweite Nummer 1 Verantwortung zu übernehmen und beim Ausstieg der Textilindustrie aus der Verwendung gefährlicher Chemikalien die Führung zu übernehmen.

Zara ist ein Unternehmen, das für seine Fähigkeit bekannt ist, mit Lichtgeschwindigkeit auf die neuesten Trends zu reagieren, also lassen Sie uns gemeinsam dem Bekleidungsgiganten zeigen, dass die neueste „Must have“-Kollektion in dieser Saison zu 100% giftfrei sein sollte.