„Darf man den streicheln?“, „beißt der eh nicht“?, oder auch – „woher kommt der denn? – aus dem Zirkus oder dem Zoo?“Aber die Frage, die heute den Vogel abschoss, war zweifelsohne die Frage, wer denn den Eisbär geschossen hätte, dass der jetzt da bei uns stehe. Ja, richtig, in Salzburg ist die Jagd (noch ) Thema, und ein Eisbär kann ja nur eine Trophäe sein. Oder doch nicht?
Was, wenn der Eisbär nur symbolisch bei uns zu Besuch wäre und für etwas viel größeres stünde? Der Eisbär ist nämlich nur eine perfekte Konstruktion aus Gummi, Synthetikfell, einer kleinen Kamera im Nasenloch und schwarzem Schaumstoff. Zu zweit steckt man in diesem Theater-Kostüm, gebückt, schwitzend und angestrengt und setzt vorsichtig Pelztatze an Pelztatze und nimmt die Außenwelt nur über einen kleinen Bildschirm wahr.
So wackelt die Eisbärin Paula dann durch die Gegend, hält traurig ihren Kopf schief, schnüffelt herum und blickt mit schwarzen Augen in einen doch ganz anderen Lebensraum. Keine Eisschollen, kein Robben, schon gar keine Walrösser!
Gefährdung ihres Lebensraumes Arktis
Die Eisbärin Paula hat mit uns Salzburg besucht, um in der Stadt des Walzers, der Mozartkugeln und der Festspiele den Touristen auch mal die andere Seite der schillernden Medaille zu zeigen. Denn während ich im Inneren der Paula so richtig zu schwitzen beginne – schmelzen auch die Eismassen der Arktis im Sommer stärker denn je weg.
In 20 Jahren könnte die Arktis eisfrei sein. Und deshalb wird heute schon in diesem einzigartigen Ökosystem nach den letzten großen Schätzen unserer Welt gegraben. Erdöl. Allen voran der Ölkonzern Shell. Und setzt damit diesen Lebensraum von Indigenen Menschen, Tieren und Pflanzen aufs Spiel.
Stopp Shell!
Um Shell zu stoppen und den Lebensraum Arktis zu bewahren braucht es ein internationales Schutzgebiet – und das fordert Greenpeace gemeinsam mit über einer Million Menschen weltweit. Und so erzählen wir das dann auch den Touristen, den Pfadfindern, Pensionisten und Salzburgern, die uns am Residenzplatz fast umwerfen, weil sie alle ein Foto mit Paula in Pose schießen wollen.
Da wird zaghaft der Kopf des Eisbären gestreichelt – vorsichtig, man weiß ja doch nicht so genau, und anerkennend auf den großen Eisbärenhintern geklopft. Wir zwei AktivistInnen im „Bauch der Paula“ spüren die Tätscheleien in unserer gebückten Haltung auf Armen, Rücken und Beinen, sodass der Schweiß schließlich aus jeder einzelnen Pore tropft. Heimlich revanchieren wir uns dann mit einem plötzlichen bedrohlichen Heben des massigen Eisbärkopfes, der die Leute verlegen zurückschrecken lässt. Was, wenn Paula doch ein bisschen echt ist?
Macht mit!
Ist sie nicht, aber die Bedrohung ihres Lebensraumes ist es. Deshalb bin ich nun zur Arktisretterin geworden, in die Haut eines Eisbären geschlüpft und hab natürlich auch schon allen Freunden gesagt, sie mögen doch unsere weltweite Petition für ein Arktis Schutzgebiet unterschreiben.
Habt ihr das auch schon gemacht?
www.schuetztdiearktis.at oder www.savethearctic.com und weitersagen nicht vergessen!
Hintergrundinformationen findet ihr hier.