Eigentlich waren die Pläne zum Bau des größten europäischen Goldförderprojektes in Rosia Montana in Zentralrumänien wegen umwelttechnischer Bedenken vor sieben Jahren in den Tiefen der Erde verschwunden. Das Gold sollte bleiben wo es ist. Gut so, denn zu viel würde zerstört werden – die älteste dokumentierte römische und keltische Siedlung Rumäniens - bekannt als „Alburnus Major“, aber auch alte Dörfer der ungarischen Minderheit. Ökologisch aber besonders gefährlich wäre der geplante Einsatz von Zyanidlauge. Schon im Jahre 2000 hatte Rumänien in Baia Mare mit solch einer Zyanidlaugen-Katastrophe zu kämpfen. Die Theiß und ihre Zuflüsse mitsamt ihrer Fischpopulation waren auf Jahre verseucht.

Nun kletterte der Goldpreis aber in lukrative Höhen, und die Investorenherzen schlugen ebenso hoch. Laszlo Borbely, rumänischer Umweltminister wollte infolgedessen dem Projekt die Baugenehmigung erteilen. „Nicht mit uns“!wenden die Gegner ein, darunter lokale Initiativen und Umweltgruppen, und auch Greenpeace Daraufhin hielten wir gestern Vormittag das Büro des Umweltministers in Bukarest besetzt. Wir waren ganz friedlich, beschädigten nichts, zwei von uns fanden an den Heizkörpern eine wärmende Stelle und ketteten sich dort mit ihren Handschellen an. Schließlich wollte der Umweltminister doch noch mit uns reden. Genau das ist ja auch immer das Ziel, solcher gewaltfreien Greenpeace-Aktionen. Crisanta Lungu, Verantwortliche von Greenpeace Rumänien verhandelte mit Minister Borbely und entlockte ihm folgende folgenschwere Antwort: „Es müsse hundertprozentig sicher sein, dass das Projekt keine Umweltauswirkungen habe!“

Ein Projekt, bei dem 10.000 Tonnen Zyanid pro Jahr eingesetzt werden und offen in einem riesigen Becken lagern, kann aber NICHT keine Umweltauswirkungen haben. Aus einem nationalen Bauvorhaben wird dadurch eine internationale Angelegenheit – die Auswirkungen würden nicht an den Grenzen Halt machen. Darum war es auch mehr als nur ein Akt an Solidarität, dass wir in ganz Zentral- und Osteuropa die rumänischen Botschaften besuchten - in Budapest, Warschau, Sofia, Ljubljana und Wien. Die Investoren von Rosia Montana sollen wissen, dass der Widerstand gegen das Goldförderprojekt lebt und stark ist!

 

Übrigens: Unterm Pflaster liegt nicht das Gold, sondern der Garten! - Neugierig? Hier gibts den Tipp!