… dachte sich Ina, Greenpeace Aktivistin aus Wien und ließ kurzerhand Arbeit und Studium in Wien liegen und begab sich direkt nach Russland, nach Moskau zur Zentrale vom russischen Energieriesen Gazprom. Denn Gazprom wartet mit seiner Ölplattform in der Arktis nur darauf, endlich bohren zu können.
Ina ist der Schutz der Arktis extrem wichtig, genauso wichtig wie den über 1,7 Millionen weltweiter ArktisretterInnen, die die Arktis-Petition unterzeichnet haben. Doch das alleine reichte Ina nicht. Untätig zu bleiben, während der Lebensraum Arktis schwindet und von der Profitgier internationaler Ölkonzerne gefährdet wird, wurde für Ina unerträglich. Ihr war das gewisse Risiko bewusst, worauf sie sich bei einer Aktion in Russland einließ – Wochen zuvor blickte die ganze Welt schon dorthin, als dort die Musikband „Pussy Riot“ zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden.
Mit einer internationalen, gewaltlosen Aktion versuchten Ina und sechzehn weitere AktivistInnen samt zwei Eisbären vor dem Gazprom-Gebäude auf die Gefährdung der Arktis aufmerksam zu machen. Als die Gazprom Sicherheitsleute und Gazprom-Bosse die gelben Aktionsjacken sahen, waren sie sich einig - sie wollten nichts lieber, als Greenpeace sofort verschwinden zu lassen.
Sie stürzten auf die Aktivisten zu, zerrten an ihren Ketten, mit denen sie sich an Zäune gebunden hatten und packten kurzerhand ihre großen Beißzangen aus, um die Ketten zu zerschneiden. Vielleicht war es den Bossen auch peinlich, dass sie so plötzlich im medialen Rampenlicht erschienen. Denn mit einem Schlag waren sämtliche Medien und selbst eine Auslandskorrespondentin des ORF zugegen –die folgenden schönen Beitrag für die ZIB24 zusammenstellte.
Nach langen Stunden für Gazprom kam die von ihnen herbeigerufene russische Polizei – mit mürrischem Gesicht, um die AktivistInnen zu räumen und zum ersten Mal in ihrem Polizeidasein auch zwei Eisbären zu verhaften. Als jedoch ein Eisbär nicht ins Polizeiauto hineinpasste, musste selbst der mürrischste Polizist sein Gesicht verziehen.
Was dann passierte, war nicht nur für Ina überraschend. Die übliche Befragung der Polizei. Doch auf die Frage welche Sprache denn in „Austria“ gesprochen wurde, und welche Dolmetscherin man Ina zukommen lassen sollte, herrschte plötzlich betretenes Schweigen. Nachdem sie es mit einer australischen Übersetzerin versucht hatten, meinte Ina trocken, dass „german“ auch ginge. Von der Polizeistation ging es weiter vor Gericht – da ergoss sich ein russischer Sermon über russische Gesetztestexte über Ina, der ihr mit Händen und Füßen erläutert wurde. Doch schon ergriff die kleine, energische, blonde Greenpeace-Anwältin das Wort und redete so eindringlich und energisch auf Gericht und die russischen Polizisten mit all ihren Abzeichen ein, dass diese wie schüchterne Schuljungen nichts mehr erwidern konnten.
Der bemerkenswerten Mut sich friedlich für den Schutz der Arktis auszusprechen, kann vor Gericht nicht eingeklagt werden. Ohne den Mut von AktivistInnen wie Ina, die sich ganz aktiv für etwas einsetzen, könnte Greenpeace ebenfalls nichts ausrichten. Greenpeace braucht diese AktivistInnen – für euren Einsatz wollen wir uns ganz ganz herzlich bedanken.
Unterzeichnet bitte ebenfalls die Arktis-Petition - wenn ihrs noch nicht gemacht habt!