Es war etwas stark symbolisches, als wir - AtomkraftgegnerInnen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland gestern Samstag uns im kleinen Örtchen Kehl am Rhein trafen und gemeinesam über die architektonisch eindrucksvolle Fußgängerbrücke nach Straßburg gingen. Ein wirbelndes  Kunterbunt an Flaggen und Antiatomfahnen, wendländischen Widerstandssonnen und jung & alt. Am anderen Ufer des Rheins begrüßten uns jubelnd die französischen AktivistInnen, mischten sich unter uns und mit Samba-Rhythmen zogen wir weiter in den »Jardin de deux rives ». Überall tönte es in einer Mischung aus französisch, schwizerdütsch und deutsch nach Sarkozy, der sich ein Beispiel nehmen sollte.

Die Schweiz und Deutschland haben Fukushima als mahnendes Beispiel erkannt und mit dem Abschalten ihrer Atomreaktoren begonnen. Nur in Frankreich scheint die Reaktorkatastrophe in Japan etwas anderes bewirkt zu haben: Da hat man nach dem tragischen Unfall am 11. März und den EU-weiten Stresstests eine Laufzeitverlängerung der Reaktoren angedacht. Fragt mich nicht, wie das möglich ist !

Im April wird in Frankreich ein neuer Präsident gewählt – der passende Zeitpunkt, um die Energiepolitik Frankreichs zum Thema des Wahlkampfes zu machen. Den symbolischen Abschluss bildeten wir mit einem Menschenbanner in Form eines Windrades. Statt in eine veraltete Dinosauriertechnologie zu investieren, sollte Sarkozy den Zeitpunkt nützen und in Erneuerbare Energien investieren.

Das ist eines der entscheidenden Ziele der Anti-Atom-Kundgebung in Straßburg, die Teil der Kampagne "Libérons L’énergie“ (Befreit die Energie!) ist. Diese durch Greenpeace initiierte Kampagne führt zwischen Januar und April 2012 zu verschiedenen Veranstaltungen in zehn regionalen Hauptstädten Frankreichs.