Eine Idee, ein paar Banner und Plakate samt Stiften und ab ging die Post, in die Landeshauptstädte, um in ganz Österreich den Aktivismus der Menschen anzusprechen. Gemeinsam mit der Aktionsabteilung hatte das Team Wien unter der Leitung von Gregor folgenden Plan ausgeheckt:
Zum Jahrestag der schrecklichen Reaktorkatastrophe von Fukushima wollte man Botschaften an die japanischen Betroffenen schicken und gleichzeitig einen Appell an unseren Wirtschaftsminister Mitterlehner entrichten, sich endlich für ein Verbot von Atomstromimporten nach Österreich auszusprechen. Dafür wurden zwei wunderschön ausdrucksstarke Plakatwände gemalt, besagte Stifte zum Draufschreiben gekauft und die bekannten gelben Greenpeace-Banner hergestellt.
Tag 1: in Graz
Die Fukushima-Gedenktour begann in Graz, am 1.März. Ein jungfräulich unbemaltes Plakat wurde auf den Grazer Hauptplatz neben die bunten Würstelbuden und Kebabstände gestellt. Die Grazer Bevölkerung: jung – interessiert – und schräg! Schrieben binnen Kürze das Plakat voll. Unglaublich – schon am Tag 1 der Tour sooo viele Unterschriften, Gedanken und Forderungen – damit hatten wir tatsächlich nicht gerechnet. Sollte der Platz für so viel Aufschrei aus der Bevölkerung überhaupt reichen? Mein Lieblingsspruch aus Graz: „Hört auf die Erde so zu behandeln, als hättet ihr eine zweite im Keller!“
Tag 2: in Klagenfurt
Eine schon buntere Plakatwand wurde am 2.März in Klagenfurt am Neuen Platz vor dem Lindwurm aufgestellt. Wir rätselten lange, ob es der Lindwurm ist, der die Menschenmassen von diesem Ort fern hält. Die KlagenfurterInnen: selten – engagiert – und herzlich! Luden uns zur veganen Fastensuppe am wöchentlichen Biomarkt ein, schrieben ein paar Forderungen auf unser Plakat, besuchte uns die örtliche Polizei, um Gespräche über die Möglichkeiten von Photovoltaikanlagen zu führen, während uns die örtliche Webcam im halbstunden Takt fotografierte.
Tag 3: in Innsbruck
Am herrlichsten warmen Frühlingstag in Folge stellten wir unsere Fukushima-Plakate in Innsbruck bei der Maria-Theresien-Straße auf. Von vorne leuchtete die Nordkette, von hinten schimmerte das Goldene Dachl, und die Leute rannten uns im wahrsten Sinne des Wortes die Plakatwand ein – so viele wollten ein Zeichen des Mitgefühls setzen und ihren Unmut an unsere Politiker ausdrücken. Die Innsbrucker Bevölkerung: „Mandr s’isch Zeit! – ta ma wos gscheits!“ und so wurde das Plakat voller und voller.
Tag 4: in Salzburg
Dementsprechend ruhiger ging es am „Global Day of Action“ zu, am 4.Tag der Tour in Salzburg, als uns der bekannte Schnürlregen besuchte und so Menschen und Medienleute fern hielt. Allein der Mensch auf der goldenen Kugel neben unserem Banner am Kapitelplatz schien uns Konkurrenz zu machen…
Tag 5: in Linz
In Linz beginnts – und das schöne Wetter ebenso. Am 5. Tag und 6.März begrüßten uns die Linzer und Linzerinnen in ihrer Stadt und schrieben um die Wette. Mittlerweile musste der freie Platz gesucht werden und die blau-weiße Welle des japansichen Künstlers Hokusais färbte sich bunt ein. Die LinzerInnen: jung – alternativ – kreativ. „Life is worth living – so handle it with care! Bye to nuclear energy!”
Tag 6: in Wien
Und dann hatte ganz plötzlich der letzte Tag der Tour begonnen. Wien – am Stephansplatz. Abends zuvor war nochmals unser Greenpeace Team Wien zusammengekommen, und hatte überlegt, welchen ganz speziellen Touch man der Gedenktour für Wien geben könnte. Kurzerhand wurden große Buchtstaben auf Karton gemalt, und festgehalten, welches der logische Ausweg aus der Atomenergie sei. Die Überraschung war vorbereitet.
Wie am Schnürchen war die Gedenktafel unterm Steffl aufgebaut und von zahllosen Touristen als DIE Fotoopportunity schlechthin genutzt. Man schrieb übereinander, durcheinander, miteinander – und ja, nutzte die Wand schließlich auch für Liebeserklärungen. Und plötzlich wurden wir überrascht von einem kleinem Flashmob, bei dem 16 Menschen Buchstaben in die Höhe hoben, wild durcheinander tanzten und dann wieder ruhig an ihrem Platz standen. In großen Lettern stand zu lesen: „Energy Revolution“ – die Lösung statt der Nutzung von Atomenergie.
Wir wollen in den nächsten Wochen die zwei Plakate an Wirtschaftsminister Mitterlehner, sowie an die japanische Botschaft überreichen, um damit auch eure Stimmen weiterzugeben.
Danke allen fürs Mitmachen!