Das Greenpeace Magazin / März 2012

Backstage war gestern

Hanna Schwarz unterwegs für Frontstage

Hanna Schwarz unterwegs für Frontstage

Als Hanna Frontstage berichte ich Ihnen von Aktionen und informiere Sie über Protestbewegungen vor Ort – speziell wenn diese gegen Atomkraft sind und unser Atom-Eingreiftrupp im Einsatz ist. Von Hanna Schwarz

Frontstage Blog von Hanna Schwarz

Greenpeace kann jeden Tag viele Geschichten erzählen, die nicht immer in der breiten Öffentlichkeit auftauchen. Wir wollen Sie dennoch daran teilhaben lassen – zum Beispiel mittels Blog auf unserer Homepage und der sozialen Medien Facebook und Twitter. Deshalb packe ich als Hanna Frontstage meinen Rucksack samt Kamera und fahre dorthin, wo Protestbewegungen stattfinden und wo vor allem unser Atom-Eingreiftrupp aktiv ist. Die Anti-Atom-Bewegung liegt mir besonders am Herzen – denn warum sollen wir im 21. Jahrhundert auf eine Hochrisiko- Technologie setzen, wenn wir doch andere, sichere und saubere Energiequellen haben können?

Hanna Schwarz für Frontstage in GorlebenUm am Ort des Geschehens zu sein, habe ich im letzten halben Jahr 160 Stunden im Zug verbracht. 40 Stunden Autofahrt waren auch dabei. Dafür entschuldige ich mich – doch die Verwendung des Fahrzeugs hatte hauptsächlich einen Grund: die Castor-Transporte ins deutsche Gorleben. Mein Kollege und Anti-Atom-Experte Niklas Schinerl und ich berichteten dort von der Anti-Atom-Bewegung, dem Lagerleben, unserem Atom-Eingreiftrupp, aber allen voran von Familien und Bauersleuten, die sich an Gleise ketteten, um den Transport von radioaktivem Müll aufzuhalten. Dieses Zunderschöne Wendland mit seinen kleinen Dörfern und roten  Backsteinhäusern wurde als Zwischenlagerstätte für radioaktiven Müll auserkoren – zum großen Ärger der Bevölkerung.

Im Osten viel Neues

Aber wie mitreißend waren für mich erst die Besuche bei den vielen Aktionen unserer osteuropäischen Büros! Greenpeace Österreich baut diese Standorte seit zwölf Jahren auf, um Umweltschutz dort auf der politischen und gesellschaftlichen Agenda zu verankern. Ein Teil Ihrer Spenden wird für diesen Aufbau verwendet – umso wichtiger ist es für Sie zu erfahren, was dort passiert.

Es sind unglaublich motivierte Leute, die ich in unseren Büros in Rumänien, Bulgarien, Slowenien, der Slowakei, Ungarn und Polen treffe. Denke ich an meine Reisen zu den AKW Krško und Bohunice, jagt es mir jetzt noch einen kalten Schauer über den Rücken, so bedrückend sind die bleibenden Bilder von den bedrohlichen Reaktor-Türmen in meinem Kopf.

In Krško werden davor Apfelbäume gehegt und gepflegt. Problemlos spazieren mein slowenischen Kollege Dejan Savic und ich bis vor die Tore. Eine heimtückische Idylle, befinden wir, die vom Gefahrenpotenzial des auf einer Erdbebenlinie gebauten Reaktors ablenken möchte.Ganz anders in Bohunice, das mit seinen abschreckenden Kühltürmen schon von weitem drohend auf sich aufmerksam macht. Meine slowakische Kollegin Andrea Zlatnanska will es mir aus nächster Nähe zeigen – denn das Kraftwerk geht mich und uns alle etwas an! Würde dort etwas passieren, könnten wir als Nachbarland von einer radioaktiven Wolke betroffen sein. Allerdings ist Besuch dort unerwünscht – schon nach wenigen Minuten werden wir vom Gelände eskortiert. Im Café erzählt mir Andrea dann von dem Fehlalarm tags zuvor, der die Menschen in Panik versetzt hatte. Ich blicke im kleinen Café um mich und sehe nicht wenige Leute, die vormittags um elf bei Bier und Schnaps sitzen – bedrückt vom Leben im Schatten des AKWs und um die Ängste des gestrigen Tages besser zu vergessen?

Gut, dass meine engagierten Kollegen aus den osteuropäischen Atomstaaten die Gefahren der Nuklearenergie nicht verdrängen und Tag für Tag dagegen kämpfen! Überzeugen Sie sich persönlich davon – im Frontstage-Blog können Sie unsere Anti-Atom-Kämpfer kennenlernen!