Das Greenpeace Magazin / März 2012

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

Birgit Bermann, act Chefredakteurin

Ich will Ihnen nicht den Appetit verderben – zumindest nicht grundsätzlich. Aber wenn Sie das nächste Mal wieder einen Meeresfisch am Teller haben, müssen Sie derzeit noch ein paar andere Meeresbewohner in Gedanken dazulegen. Einen Teil von einem Delfin zum Beispiel oder auch ein Stück von einem Wal, einem Hai, einem Seevogel, einer Robbe oder einer Meeresschildkröte. Und natürlich einige Fische anderer Arten.

Was da mengenmäßig auf Ihrem Teller niemals Platz finden würde, wird mit dem harmlosen Wort „Beifang“ bezeichnet. Die kommerzielle Fischindustrie verursacht davon viele Millionen Tonnen pro Jahr – Meereslebewesen, die zuerst gefangen und dann tot oder halbtot wieder in die See gekippt werden. Für ein Kilo Seezunge beispielsweise werden sechs Kilo Beifang getötet, für ein Kilo Shrimps sind es rund 20. Das ist nicht nur eine grausame Praxis, sondern auch eine unfassbare Verschwendung angesichts der Tatsache, dass die meisten Fischbestände schwer überfischt sind.

Verantwortlich für diese Misere ist eine verfehlte Fischereipolitik, bei der die EU mit ganz besonders schlechtem Beispiel vorangeht. Greenpeace-Meeresexpertin Antje Helms erzählt Ihnen ab Seite 8, wo die Probleme konkret liegen und wie wichtig die anstehende Reform der europäischen Fischereipolitik für die Rettung der Meere ist.

Neben weiteren brisanten Geschichten wie dem Leben mit der nuklearen Katastrophe von Fukushima oder der drohenden Suche nach Schiefergas im Weinviertel möchte ich Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender, noch einen wichtigen Hinweis mit auf die Lesereise geben: Ihre Spende für Greenpeace ist seit dem 1.1.2012 von der Steuer absetzbar! Alle Informationen dazu finden Sie hier – schauen Sie rein, es lohnt sich garantiert!