Das Greenpeace Magazin / März 2013

In Aktion

Aktuelle Aktionen im Überblick

Österreich: VW "Blue Motion" - nur Schein statt sein

„Die Nummer 1 in Sachen Klimaschutz" – so stellt sich der VW-Konzern gerne selbst dar. In Wirklichkeit hinterlässt VW den weltweit größten CO2-Fußabdruck in seiner Branche. Im Jänner 2013 nutzten Österreichs Aktivisten die Wiener Automesse, um gegen die klimaschädliche Ausführung der neuen VW-Modelle anzukämpfen.

Unter dem Motto „Alle reden vom Klima – VW zerstört es" wurden die Messebesucher mit Flugblättern und schwarzen Luftballons informiert. Das neue Golf-Modell liegt mit 4,9 Litern Verbrauch weit entfernt vom versprochenen und längst machbaren 3-Liter-Auto.

VW täuscht mit falschen Werbeversprechen bewusst die Öffentlichkeit. Greenpeace fordert von VW konkrete Umweltziele für die Konzernstrategie 2018 und eine sofortige Umsetzung der „Blue Motion"-Technologien für alle VW-Modelle ohne Mehr­kosten für den Kunden.

Pazifik: Tunfisch-Plünderei im großen Stil

Gefährdete Fischpopulationen in den pazifischen Meeren schrumpfen gewaltig. Regierungen versagen kläglich beim Schutz bedrohter Gebiete. Durch das Wachstum der industriellen Fischerei und den Einsatz von umweltschädlichen Fangmethoden sinken die Tunfischbestände weiter. Im Vorfeld des Treffens der Regierungen der WCPFC (Western and Central Pacific Fisheries Commission) protestierten Greenpeace-Aktivisten vor der koreanischen Botschaft. Mit Tunfischkostümen bekleidet, riefen die Aktivisten die Länder zum Schutz aussterbender Tunfischarten auf und forderten Meeresschutzgebiete für die vier Hochseegebiete „Pacific Commons“ mit klaren Fangverboten. Beim Treffen im Dezember 2012 kam dann die folgenschwere Entscheidung: Big Player ­dürfen ihre großangelegten Plündereien und Überfischungen zulasten der Meere weiter betreiben. Ein Desaster für den Pazifik – eine Herausforderung für Greenpeace, weiter zu kämpfen!

Indonesien: Citarum-Fluss, die schwarze Brühe

Der Fluss Citarum war eine der Lebensadern von West-Java in Indonesien, doch wo früher Menschen badeten und ihre Kleidung wuschen, fließt heute die reinste Mülldeponie flussabwärts. Ein Greenpeace-Report verdeutlicht die Folgen der jahrelangen Verschmutzung: In Proben wurden gesundheitsgefährdende, schwer abbaubare Chemikalien gefunden. Häufig sind diese die Ursache für schwere Krankheiten, un- ter denen die lokale Bevölkerung leidet. Greenpeace-Aktivisten pro­testierten dagegen, marschierten vor dem Perjuangan Rakyat Monument in Bandung auf und inszenierten eine öffentlichkeitswirksame Schein-Wahldebatte. Mit der Aktion wurde die indonesische Regierung zum sofortigen Handeln aufgefordert, um den Citarum und andere Flüsse zu schützen. „Was und wer vergiftet meinen Citarum?", möchte ein Aktivist stellvertretend für viele wissen.

Arktis: Ewiger Kampf ums Eis

Die Eisschmelze in der Arktis schreitet unaufhörlich voran, zusätzlich gefährden hochriskante Ölbohrungen der Firma Shell in Alaska die Region. Um dagegen zu protestieren, nahmen Aktivisten aus ganz Europa Ende Jänner eine Shell-Tankstelle nahe dem Weltwirtschaftsforum in Davos ein. Angekettet und als Eisbären verkleidet, plat­- zierten sie drei Tonnen Schnee vor der Tankstelle. Darüber prangte ein Banner mit der Aufschrift „Arktisches Öl – zu riskant". Im Frühjahr stehen weitere Höhepunkte unserer Arktis-Kampagne bevor. Greenpeace startet im April 2013 eine fünftägige Expedition zum Nordpol, um eine unzerstörbare Zeitkapsel auf dem Meeresgrund zu versenken. Sie wird viele Jahrzehnte überdauern und trägt in sich die Namen von über zweieinhalb Millionen Menschen, die unsere Arktis-Petition auf www.savethearctic.org unterschrieben haben. An dieser Stelle wird auch die Flagge der Zukunft platziert, die den Anspruch der gesamten Menschheit auf eine intakte Arktis symbolisieren soll.

Atom: Schluss mit MOX Transporten

Greenpeace fordert das Ende der viel zu gefährlichen Transporte von tödlichen MOX-Brennstäben. Der Atomfrachter „Atlantic Osprey" hatte vergangenen Herbst acht hochgiftige, plutoniumhaltige Mischoxid-Brennelemente (MOX) zur Lieferung von Großbritannien an das Atomkraftwerk Grohnde in Deutschland an Bord. Mit Schlauchbooten setzten sich deutsche Greenpeace-Aktivisten gegen diesen Transport ein und riefen den niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister auf, den Einsatz von MOX-Brennelementen im Atomkraftwerk Grohnde zu verhindern. Mit „McAllister: Plutonium stoppen" prangerten die Aktivis­ten den Politiker an. Greenpeace kämpft weiter für das sofortige Verbot von MOX-Transporten.

Wälder: Aktion gegen die Holz­maschi­nerie in Deutsch­land

Die urtümlichen Buchenwälder Deutschlands sind stark in Bedrängnis. 160 Jahre alte Bäume sind die Hüter des Klimas und wachen über die Heimat unzähliger Tier- und Pflanzenarten. Dies schützt sie jedoch nicht vor den Kettensägen der Waldarbeiter. Deutsche Greenpeace-Aktivisten nehmen das nicht kampflos hin. Im Waldgebiet Spessart setzten sie sich für die zum Einschlag bestimmten Bäume ein und stellten sich den Kettensägen der Waldarbeiter in den Weg. „Stoppt die Säge! Waldschutz jetzt!" lautet die klare Ansage der Aktivisten.

Spanien: „Prestige“ bleibt unvergessen

Im November 2002 kam es zum verheerenden Ölunglück des Frachters „Prestige" an der Nordküste Spaniens. Das Desaster und seine Spätfolgen sind in einem Greenpeace-Report beschrieben: 40.000 Tonnen Öl verseuchten das Meer, 250.000 Seevögel verendeten qualvoll, 800 Strände wurden verschmutzt, und weitere 25.000 Tonnen Öl werden immer noch im Wrack vermutet.

Zum 10. Jahrestag protestierten Greenpeace-Aktivisten im Schlauchboot vor dem veralteten Öltanker „Searacer" mit dem Banner „Eine neue Prestige ist möglich". Verantwortlich für die schreckliche Katastrophe ist die Ölindustrie, Strafen gab es für sie jedoch bis heute keine.

Greenpeace fordert ein umweltfreundliches Energiemodell und mehr Verantwortung seitens der spanischen Regierung. Der Appell ist klar: Lasst uns auf Erdöl verzichten, denn eine Energierevolution ist möglich!