Das Greenpeace Magazin / Juni 2012

In Aktion

Aktuelle Aktionen im Überblick

© Bente Stachowske  / Greenpeace

Bayern: Alte Buchen für den billigen Export

Dichte Laubwälder mit einer urwaldtypischen Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten – so würde der deutsche Wald ohne die industrielle Forstwirtschaft der letzten 200 Jahre aussehen. Die lässt nur wenige Flächen unberührt, derzeit steht weniger als ein Prozent des deutschen Waldes unter Schutz vor der Säge. Wie gefährdet die deutschen Wälder sind, verdeutlicht eine laufende Greenpeace-Kampagne im baye­rischen Spessart. Über viele Monate hinweg dokumentierten Aktivisten die Waldbestände und protestierten gegen den überhöhten Holzeinschlag und den Export alter Buchen zu Spottpreisen nach China.

Polen: Protest gegen „grüne Energie“ aus dem Kohle- kraftwerk

In polnischen Kohlekraftwerken werden jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen Holz „mitverbrannt“. Das ist zwar eine gigantische und noch dazu sehr ineffiziente Ressourcenverschwendung, wird von der polnischen Regierung aber trotzdem als „grüne Energiegewinnung“ eingestuft, mit ebensolchen Zertifikaten ausgestattet und finanziell gefördert. Zwölf Greenpeace-Aktivisten aus Polen, Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei haben Mitte März einiges darangesetzt, diesen Irrtum aufzuklären. Sie kletterten auf den 100 Meter hohen Kühlturm des polnischen Braunkohlekraftwerks Turow, um gegen diesen ökologischen Irrsinn zu protestieren.

© Joerg Modrow / Greenpeace

Erdöl: Kampf um die nördlichste Region der Erde

Taranaki, Helsinki, Moskau, Öland – vier Orte, ein Ziel: Keine Ölbohrungen in der Arktis! Drei Nächte verbrachten neuseeländische Greenpeace-Aktivisten Ende Februar auf dem Bohrturm des Schiffs „Noble Discoverer“. Sie protestierten gegen die Pläne von Shell, im Sommer damit Probebohrungen vor Alaska durchzuführen. Im März und Mai ging der Widerstand – mit österreichischer Beteiligung – in Finnland und Schweden weiter. Dort standen zwei von Shell gecharterte Eisbrecher für ihren Einsatz in der Arktis bereit. Ende April versammelten sich bei einer Öl- und Gaskonferenz in Moskau zwei Dutzend Regenbogenkämpfer und entrollten ihre Protest-Banner. Alle Aktivisten wurden von der Polizei festgenommen.

Ölkonzerne sehen in der arktischen Ölförderung eine Hoffnung auf Milliardengewinne. Für die Arktis ist das eine riesige Gefahr, denn die Abgeschiedenheit und die Wetterextreme würden Aufräumarbeiten nach einem Unfall unmöglich machen. Die jüngsten Aktionen zeigen, wie dringlich der Einsatz für den Schutz dieses sensiblen Ökosystems ist. Greenpeace wird für die Arktis kämpfen!

© Rodrigo BalÈia / Greenpeace

Amazonas: Greenpeace-Flaggschiff zwischen Schönheit und Zerstörung

Es bleibt nicht mehr viel Zeit – weder für die Rettung des Amazonas noch für die Begrenzung des Klimawandels. Jährlich werden im größten Regenwald der Erde, der riesige Mengen von Kohlenstoff bindet und so das weltweite Klima stabilisiert, 6.000 km2 abgeholzt. Tendenz steigend, wenn sich Brasiliens Regierung zu einer weiteren Lockerung des Waldschutzes entschließt. Greenpeace setzt seine Amazonas-Kampagne aktuell mithilfe der „Rainbow Warrior III“ direkt vor Ort fort, um möglichst viele Menschen für den Waldschutz zu mobilisieren. Die „Zero Deforestation“-Petition braucht 1,4 Millionen Unterschriften. Jeder kann sich daran beteiligen!

© Bente Stachowske  / Greenpeace

Klimaschutz: IT-Konzerne müssen ihre virtuelle Wolke säubern

Weltweit speichern Internet-Nutzer täglich viele Terabytes an Foto-, Musik- und Videodateien sowie E-Mails. Das Datenvolumen benötigt so eine große Rechenleistung, dass die Zahl der Server-Parks stetig wächst – und mit ihnen die Stromnachfrage. Greenpeace hat untersucht, aus welchen Quellen die IT-Firmen diesen beziehen (Report „How clean is your cloud?“). Während Google, Yahoo! und Facebook auf erneuerbare Energien setzen, versorgen sich Apple, Amazon und Microsoft noch immer mit Kohle- und Atomstrom. Greenpeace stattete den Zentralen der drei IT-Riesen einen Besuch ab und forderte eine Umstellung auf saubere Energie.

©PIERREGLEIZES/GREENPEACE

Meere: Die Schlacht am west- afrikanischen Fischbuffet

„All you can fish“ lautet das Motto der Fischereiabkommen zwischen der EU und Mauretanien. Wie Heuschrecken fallen riesige europäische Fangschiffe über die westafrikanischen Fischbestände her. Dem Greenpeace-Team vor Ort (im Bild: Melanie Aldrian, Pressesprecherin Greenpeace Österreich) boten sich Bilder, die an ein Schlachtfeld erinnern: In den riesigen Netzen landet alles, was das Meer hergibt – bis zu 250 Tonnen Fisch. Täglich! Bis Ende 2012 soll die Gesetzgebung der gemeinsamen europäischen Fischereipolitik reformiert werden. Greenpeace kämpft an Land und auf See gegen die Plünderung der Meere, denn die EU muss die Fangkapazitäten dringend reduzieren und den Meeren die nötige Pause verschaffen.

� Ivan Castaneira / Greenpeace

Toxics: Schäumende Apokalypse in Mexiko

Die Suche nach den Verursachern der katastrophalen Wasserverschmutzung mexikanischer Flüsse entlarvt klar einen Übeltäter: die Industrie. Da sie kaum Kontrollen unterliegt, dürfen die bei der Produktion von Textilien und Elektronik entstehenden hochgiftigen Chemikalien ungefiltert in die Gewässer fließen. Ein Großteil der lokalen Bevölkerung ist bereits von massiven gesundheitlichen Schäden betroffen. Greenpeace forderte anlässlich des Weltwassertages ein Ende dieser Umweltzerstörung!