Das Greenpeace Magazin / August 2012

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

Birgit Bermann, act Chefredakteurin

Siebenmal „Deepwater Horizon“ ereignet sich jedes Jahr in der russischen Arktis. Das Öl tritt aus lecken Pipelines aus oder stammt von Unfällen, die im langen und dunklen Winter nicht behoben werden. Die Erde ist kontaminiert, die Flüsse verseucht und der Arktische Ozean belastet. Das gesellschaftliche System der Menschen in der Komi-Region zerfällt, da ihre Lebensgrundlagen zerstört sind und Perspektivlosigkeit um sich greift. Unser russischer Arktis-Kampaigner Vladimir Chuprov erzählt Ihnen im Interview von dieser Öl-Hölle.

Was in der Komi-Region Realität ist, steht dem Rest der Arktis bevor. Shell, Gazprom & Co. nehmen das schmelzende Eis der nördlichen Polarregion zum Anlass, über die arktischen Rohstoffe herzufallen – obwohl sie die Lage dort oben eindeutig nicht im Griff haben. Die Konzerne werden von hohen Profiten gelockt, und den Preis dafür werden wir alle zahlen.

Nicht nur, dass wir mit mehr fossilen Brennstoffen länger am verhängnisvollen Öl-Tropf hängen bleiben. Wir vergeben auch unsere Chance, Schützenswertes zu bewahren und zu zeigen, dass wir verantwortungsvoll mit unserem Planeten umgehen können. Als Menschheit brauchen wir diese Errungenschaft – wir können nicht immer nur zum Mond fliegen. Oder wollen Sie etwa in einer Welt leben, die keine unberührte Wildnis mehr kennt? Die keine Regionen mehr hat, wo der Natur Vorrang eingeräumt wird? Wo es Eisbären nur im Zoo gibt?

Wir nicht. Deshalb hat Greenpeace seine „Schützt die Arktis“-Kampagne gestartet, eines der wohl ambitioniertesten Vorhaben unserer Geschichte. Lesen Sie mehr darüber  – und was Sie zum Schutz der Arktis beitragen können. Weil es jeden Einzelnen braucht, um einen großen Schritt für die Menschheit zu machen.