Das Gefühl von Wärme und Geborgenheit ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens – und so ist es auch das Heizen. Keiner lebt gerne in einem Raum, der im Winter die Temperaturen eines Kühlschranks annimmt, deshalb wird munter und meist ganz selbstverständlich eingeheizt. Für viele ist die Heizung eine Grauzone, ein technisches Element im Haushalt, auf das scheinbar nicht viel Einfluss genommen werden kann – nur funktionieren soll sie!
Österreich wird gerne als Musterland für energieeffiziente Gebäude genannt, da wir weltweit die größte Dichte an Passivhäusern zu verzeichnen haben. Erfreulich ist auch, dass der Energieeinsatz zum Heizen sinkt. 2010 wurde hierzulande beispielsweise rund fünf Prozent weniger Energie für Raumwärme verbraucht als noch 2003. Dass jedoch der Großteil der Bevölkerung noch immer in ineffizienten Gebäuden lebt, knapp 47 Prozent mit Öl oder Gas heizen und der Sektor Raumwärme mit 11,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten der viertgrößte Treibhausgasemittent ist, wird dagegen nicht gerne erwähnt.
Der häusliche Energieverbrauch ist eine große Umweltbelastung, und wir alle müssen handeln und Ressourcen einsparen. Dabei ist der Spielraum je nach der persönlichen Lebenssituation größer oder kleiner. Lebt man in einer Mietwohnung, so ist der Energieträger, mit dem geheizt wird, meist vorbestimmt. Wenn kein Fern- bzw. Nahwärmeanschluss oder eine Zentralheizung vorhanden ist, kommt meist die Gasetagenheizung zum Einsatz. Daran ist für den Mieter oft schwer etwas zu ändern, aber jeder kann am eigenen Nutzerverhalten arbeiten.
Heizsysteme auf einen Blick
Zur Warmwasserbereitung bzw. zur Heizungsunterstützung können alle Systeme mit Solarthermie kombiniert werden. Zur Bereitstellung des benötigten Stroms können alle Systeme mit einer Photovoltaik-Anlage kombiniert werden.
Energiespartipps
- Fenster und Türen prüfen – Pflegen Sie die Dichtungsbänder mehrmals jährlich (z. B. mit Hirschtalg) und prüfen sie diese auf deren Dichtheit bei geschlossenem Fenster mit einer Kerze, die Sie am Rahmen entlangführen. Wenn die Flamme flackert, ist eine undichte Stelle eruiert, und die Dichtung sollte ausgetauscht werden.
- Mehrmals täglich lüften – Lüften sollten Sie stoßweise, um Energie zu sparen und um bei dichten Fenstern die Feuchtigkeit aus den Räumen zu leiten, damit keine Schäden am Mauerwerk entstehen.
- Temperatur überdenken – Überheizte Räume schaden der Umwelt und ihrem Geldbeutel. 20 °C sind für ein angenehmes Wohnklima ausreichend.
- Regelung überprüfen – Falls sich an Ihrem Thermostat nur die Temperatur einstellen lässt, tauschen Sie diesen gegen ein Gerät mit programmierbarer Zeitschaltung. So können Sie für Abwesenheiten und die Nacht die Heizung exakt einstellen.
- Heizkörper und Therme – Heizkörper sollten nicht verdeckt, regelmäßig entlüftet und mittels des Heizungsventils eingestellt werden. Lassen Sie Ihre Therme regelmäßig warten, um sicherzustellen, dass ein reibungsloser und effizienter Betrieb möglich ist.
Langfristige Ziele
Nun aber zu den wirklich großen Brocken Heizsystem und Sanieren und welche grundlegenden Dinge dabei zu beachten sind.
- Sanieren, aber richtig – Oftmals wird in kleinen Schritten saniert, mit der Folge, dass die verschiedenen Bereiche nicht perfekt aufeinander abgestimmt sind. Eine Generalsanierung erleichtert die Planung und ist auf lange Sicht die effizienteste Maßnahme, um den Gebäudestandard zu heben.
- Ökologisch dämmen – Viele Dämmstoffe haben die Kehrseite, dass sie entweder in der Produktion energieintensiv sind oder auf fossilen Quellen basieren. Es gibt aber ökologische Alternativen wie zum Beispiel Kork oder Holzfaser.
- Rücklagen schaffen – Das größte Problem ist meist die Finanzierung. Zum einen haben viele Hausverwaltungen nicht die nötigen Rücklagen für umfassende Sanierungsmaßnahmen geschaffen. Zum anderen ist im Mehrfamilienhaus oft das Mieter/Besitzer-Verhältnis eine Hürde. Hier liegt es an Ihnen: Schaffen Sie Bewusstsein und bilden Sie zum Beispiel eine Hausgemeinschaft, um Lösungen zu finden. Wenn der Hausverwaltung klargemacht wird, dass dieses Thema für die Mieter relevant ist, steigt der Druck für entsprechende Maßnahmen.
- Zu guter Letzt noch ein persönlicher Energiespartipp für Hartgesottene: an kalten Wintertagen rein in die Laufschuhe und ein paar Runden um die nächsten Häuser ziehen – das hält fit, bekämpft Winterspeck, und danach erscheinen einem sogar 18 °C Raumtemperatur tropisch warm.
Was bedeutet uns Heizen?
Eine quantitative Umfrage der AEA (Austrian Energy Agency) und der FH Wiener Neustadt hat eruiert, welchen Stellenwert das Thema Heizen besitzt und welche Begriffe mit dem Thema assoziiert werden. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Nachhaltigkeit bleibt leider auf der Strecke.

Webtipps
IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie: Info rund um ökologisches Bauen
AEA – Österreichische Energieagentur: Infodatenbank zu aktuellen Förderungen
Ökonews – Tageszeitung rund um erneuerbare Energie
AEE – Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energien: Forschung und Planung erneuerbarer Energiesysteme
HLK– Magazin rund um Heizen, Lüften und Klimatisieren