Das Greenpeace Magazin / September 2014

Unermüdlicher Umwelteinsatz

—Brigitte Bach

 

Fuat Kent ist der weltweit älteste Greenpeace-Aktivist. Seit 32 Jahren kämpft er an Land und zu Wasserfür die Umwelt.

Morgengrauen im Hafen der niederländischen Stadt IJmuiden. Greenpeace-Aktivisten tauchen im kalten, dunklen Wasser unter eine Bohrplattform des Ölkonzerns Gazprom. Dort bringen sie Ketten an, um zu verhindern, dass die schwimmende Umweltgefahr in die Arktis aufbricht.

Einer dieser Taucher ist Fuat Kent, wohnhaft in Niederösterreich, 70 Jahre alt. Andere denken in diesem Alter an geruhsame Freizeitaktivitäten. Nicht so Fuat Kent. Der ehrenamtliche Aktivist kann sich für sein Leben nichts Besseres vorstellen, als sich im Namen von Greenpeace für den Umweltschutz starkzumachen. Er ist der älteste Aktivist in der weltweiten Greenpeace-Gemeinschaft. Seit 32 Jahren bei Aktionen dabei, hat Fuat viele Erfahrungen gesammelt. Heute wird er daher nicht nur selbst immer wieder zu Aktionen gerufen,
sondern macht auch andere Taucher für den Einsatz unter Wasser fit.

„Es wäre undenkbar für mich, dabei zuzusehen, wie eine Handvoll Großkonzerne die Welt zerstören“, erklärt der fünffache Vater und ehemals hauptberufliche Musiker seine Motivation. „Man kann auf allen Gebieten und Ebenen etwas für die Umwelt tun, und jeder sollte nach seinen Möglichkeiten die Initiative ergreifen.“

 

Beflügelt vom Erfolg für die Umwelt

Fuat bricht unermüdlich zu den Orten auf, an denen  Umweltgefahren drohen. Wie jeden Aktivisten beflügeln ihn besonders jene Proteste, die in einem Erfolg enden. Bis heute ist ihm eine Tauchaktion im türkischen Hafen von Iskenderun im Gedächtnis, wo im Jahr 2004 der Frachter „MV Ulla“ mit Tausenden Tonnen krebserregender Asche aus Kohlekraftwerken sank. „Wir machten Unterwasserfotos, auf denen die ausgewiesenen Giftzeichen deutlich zu erkennen waren, und forderten das Umweltministerium in Ankara auf, sofort Maßnahmen gegen eine mögliche Verseuchung des Meeres zu ergreifen.“ Die Dokumentation zwang das verantwortliche spanische Unternehmen Ashland, das mit dem Handel von Giftmüll lukrative Geschäfte machte, schließlich in die Knie und führte zu einer Bergung des Schiffes.

Während Fuats Frau sein Engagement unterstützt, reagieren seine Freunde nicht immer verständnisvoll: „Als ich vor einigen Jahren einen geplanten Musikauftritt absagte, um an einer Greenpeace-Aktion teilzunehmen, meinte ein Freund, das sollen doch andere machen. Ich erwiderte nur: Aber ich bin der andere.“