Das Greenpeace Magazin / Dezember 2012

In Aktion

Aktuelle Aktionen im Überblick

Erneuerbare Energien: Erleuchtung garantiert in Indonesien!

Wo sonst könnte man die Menschen besser von der Vision einer sauberen und sicheren Energiezukunft begeistern als direkt neben einem Symbol der Erleuchtung? Greenpeace wählte die weltgrößte buddhistische Tempelanlage Borobudur auf der Insel Java als Platz für seine „Climate Rescue Station". Die gesamte Installation rund um den vierstöckigen Bau ließ Borobudur zwei Wochen lang mit der Kraft der Sonne in einem erneuerbaren Licht erstrahlen – und demonstrierte, dass die Deckung des indonesischen Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen realisierbar ist. Derzeit stammen noch 95 Prozent der im Land verbrauchten Energie von schmutzigen Brennstoffen wie Kohle.

Philippinen: Wie viel giftige Gefahr steckt im Wasser?

Schminke, künstliches Blut und zerfetzte Kleider verwandelten philippinische Greenpeace-Aktivisten in schaurige Gestalten. In Zombie-Verkleidung protestierten sie gegen die Untätigkeit der Regierung, einen effektiven Wasserschutz zu implementieren. Es fehlt an einem Überwachungssystem für Chemikalien, einer Offenlegungspflicht für die Indus­trie sowie einem Gesetz, das die Einleitung von gefährlichen Stoffen in Gewässer untersagt. Dem Zombie-Auftritt war eine dreiwöchige Tour vorausgegangen, bei der über hundert Freiwillige entlang des Marikina-Flusses unterwegs waren, um Verschmutzungen zu dokumentieren und das öffentliche Bewusstsein gegenüber gefährlichen Giften zu schärfen.

Atomkraft: Leichter Zugang zu AKW in Schweden

Durch einen Stresstest der besonderen Art machte Greenpeace im Oktober erneut auf die schweren Sicherheitslücken in Atomkraftwerken aufmerksam. Ziel der Aktion waren die beiden störanfälligen schwedischen AKW Ringhals und Forsmark. 70 Greenpeace-Aktivisten gelangten ohne große Hindernisse auf die Kraftwerksgelände und blieben dort auch noch lange Zeit unentdeckt – zwei Aktivisten verließen als Letzte nach fast 40 Stunden (!) freiwillig das AKW Forsmark.

Klimaschutz: Worte statt Taten bei VW

„Der grünste Golf aller Zeiten" – was VW als Werbeslogan für sein brandneues Modell verspricht, macht der Konzern in der Realität nicht wahr. Das meistverkaufte europäische Auto kam nun in der siebten Edition auf den Markt und stößt noch immer mehr CO2 aus als notwendig. Greenpeace fordert den größten Autohersteller Europas seit dem Jahr 2011 mit einer breiten Kampagne dazu auf, endlich den wichtigen Schritt zum „Drei-Liter-Golf" zu gehen. Doch auch bei der jüngsten Golf-Entwicklung wurden klimaschonende Ziele nicht umgesetzt. Grund genug für einen großen Protest während der Präsentation des Golf 7 beim Pariser Autosalon: Greenpeace-Aktivisten aus mehreren Ländern machten auf die Vernebelungstaktiken von VW aufmerksam und informierten Messe­besucher über die gängige klimafeindliche Modellpolitik. Nur mit konkreten Umweltzielen und dem Einbau der verfügbaren Spritspartechnik in die gesamte Golf-Serie kann das Unternehmen seiner Klimaverantwortung und seinen Werbeslogans gerecht werden.

Slowakei: Grüne Jobs statt braunem Brennstoff

500 Millionen Euro in fünf Jahren – so viel beträgt die staatliche Braunkohle-Subventionierung in der Slowakei. Geht es nach den Plänen der Regierung, wird sie diesen Kurs beibehalten. Damit verbunden ist das Versprechen, die lokale Wirtschaft in der Westslowakei zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen. Greenpeace ließ diese geplante Fehlinvestition in die Luft gehen, startete seinen Zeppelin direkt über dem Kohlekraftwerk in Nováky und forderte eine Umkehr hin zur Förderung von grünen Projekten.

Detox: Schluss mit Chemie in der Kleidung!

Vor über einem Jahr startete Greenpeace die Detox-Kampagne und deckte die giftigen Verbindungen zwischen großen Kleidermarken und Textilfabriken in China auf. Bisher haben sich sechs Marken (H&M, Adidas, Nike, Puma, C&A und Li-Ning) verpflichtet, Giftstoffe aus Lieferketten und Produktpaletten bis 2020 zu beseitigen. Nun schwenkt auch das britische Unternehmen Marks & Spencer auf eine giftfreie Zukunft ein – ein weiterer Meilenstein! Der jüngste Detox-Report betrifft umwelt- und gesundheitsschädliche Schadstoffe in Outdoor-Kleidung. Aktuelle Detox-News finden Sie unter: www.greenpeace.at/detox.

Indien: Einen Monat in den Bäumen für den Schutz von Tigern und Wäldern

Er ist engagiert, erfahren und entschlossen: Wenn Brikesh Singh, Kampaigner bei Greenpeace Indien, Bedarf sieht, klettert er im Namen des Umweltschutzes in luftige Höhen. Bei seinem jüngsten Einsatz platzierte er sich auf einem Baum inmitten des Tadoba-Tiger-Reservats in Zentralindien - und blieb gleich einen Monat! Brikesh protestierte so gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke und dessen Folgen: Vertreibung indigener Völker, schwere Umweltschäden und bedrohte Tiger. Ein Drittel der verbliebenen Tigerpopulation des Subkontinents lebt in Zentralindien. Brikesh verließ sein Baumhaus Anfang Oktober zum Start der UN-Biodiversitätskonferenz in Hyderabad. Dort forderte Greenpeace von der indischen Regierung medienwirksam den Stopp der Förderung des Kohlebergbaus.