Das Greenpeace Magazin / Dezember 2012

"Wir möchten etwas zurückgeben"

Nicola Weitzer und Michael Wesonig unterstützen privat als Großspender die rumänische Waldkampagne von Greenpeace. Gemeinsam mit Kathrin Wesonig führen sie den Parketthersteller Weitzer Parkett. act sprach mit den beiden Chefinnen über mutige Schritte im Umweltschutz und die Emotionen beim Spenden.
Interview: Birgit Bermann und Agnes Peterseil

Kathrin WesonigSie haben eine ökologische Vorreiterrolle eingenommen und sind als einer der ersten großen Parketthersteller 2009 aus ­Tropenholz ausgestiegen. Hat sich dieser Schritt bezahlt gemacht?
Nicola Weitzer: Der Ausstieg aus dem Tropenholz hat sich ganz sicher für uns bezahlt gemacht. Heute haben die Kunden ­einen sehr ökologischen Blickpunkt.

Kathrin Wesonig: In manchen Märkten, gerade in Österreich, Deutschland und der Schweiz, hat man uns zu dem Ausstieg sogar gratuliert. Dem bewussten Kunden ist es ja sehr wichtig, ein ökologisch nachhaltiges Produkt zu haben, das nicht Teil der Vernichtung des Regenwaldes ist.

Wie schätzen Sie das Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Umweltschutz ein? Oft herrscht ja die Meinung vor: Umweltschutz kostet. Sehen Sie das auch so?K.W.: Kurzfristig könnte man das schon sagen, dass Umweltschutz kostet. Langfristig ist es aber eine Investition, und je nachdem, welche Haltung man als Unternehmen einnimmt, ist es eigentlich ein Muss. Wenn die Konsumenten bewusst sind und darauf schauen, woher das Produkt kommt, das sie erwerben, dann wird es auch zu einem wirtschaftlichen Nutzen – wenn man sich wirklich zum Umweltschutz bekennt.

N.W.: Es ist schon richtig, es kostet am Anfang. In manchen Ländern, wo der Tropenholzanteil bei rund 30 Prozent gelegen hat, haben wir den Ausstieg natürlich gespürt. Wir haben dann über unsere Fachhändler Aufklärung betrieben, erklärt, was Tropenholz für die Umwelt bedeutet, und sehr rasch nach Alternativen gesucht.

Nicola WeitzerHat die Branche nachgezogen?
N.W.: Also gang und gäbe ist der Tropenholzausstieg sicher noch nicht. Aber mittlerweile haben wir ein bisschen einen Boom ausgelöst, und es sind andere nachgefolgt. Am Anfang sind wir schon kritisch beäugt worden.

Weshalb?
K.W.: Wegen dem Mut, auf Ertrag oder Umsatz zu verzichten. Und bis jetzt kann man noch nicht sagen, dass jeder auf diesem Kurs ist.

Sie spenden seit Jahren großzügig für unsere Waldkampagne? Warum haben Sie sich für Greenpeace entschieden?
K.W.: Es war uns wichtig, dass wir die gleiche Sprache sprechen und die gleiche Zukunftsvision haben. Wenn man diesen Weg geht, ist Greenpeace definitiv der richtige Partner. Und natürlich hat Greenpeace einen hohen Bekanntheitsgrad. Da weiß jeder, dass es eine vertrauenswürdige Organisation ist.

Agnes Peterseil

Agnes Peterseil
E-Mail: agnes.peterseil@greenpeace.at
Tel: 01/545 45 80-15
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Die Basis der Unabhängigkeit von Greenpeace sind private Spenden sowie Stiftungsbeiträge, die wir dort einsetzen, wo sie am dringendsten gebraucht werden und am meisten nutzen.

Wenn auch Sie mit einer größeren Spende eine Kampagne oder ein Projekt unterstützen möchten, schreiben Sie mir bitte oder rufen Sie mich an. Ich bespreche gerne die geeigneten Möglichkeiten mit Ihnen!

Warum spenden Sie? Was bedeutet es Ihnen, Spenderin zu sein?
N.W.: Weil man die Tätigkeit von Greenpeace unterstützen möchte. Wir sind nur ein kleines Mosaiksteinchen, aber ich glaube, im Gesamten wird irrsinnig viel bewegt. Von der Natur wird viel gegeben, und wir möchten auch etwas zurückgeben. Und wir wollen nachhaltig sein, den richtigen Weg gehen und einen Beitrag leisten.

Welche Gefühle verbinden Sie mit dem Spenden?
N.W.: Es ist ein gewisses Zeichen der Dankbarkeit. Es ist ein gutes Gefühl, vor allem auch mit einem Partner, der dafür sorgt, dass die Spende auch für das eingesetzt wird, was man möchte: den Regenwald zu erhalten und die Menschen, die dort leben, zu unterstützen, damit sie ihr tägliches Leben leichter oder besser erledigen können. Es ist ein sehr angenehmes Gefühl, dass wir überhaupt die Möglichkeit haben, das zu tun.

Welche Umweltschutzthemen sind Ihnen noch besonders wichtig?
K.W.: Der Klimaschutz ist ein großes Thema. Mit unserem Biomasse-Heizkraftwerk erzeugen wir nicht nur umweltfreundliche Wärme für mehr als 1.700 Haushalte, sondern auch Ökostrom. Photovoltaik auf unseren Dächern und ein kleines Wasserkraftwerk produzieren seit kurzem auch Energie. Das ist unser Beitrag zum Klimaschutz. Wir werden nicht mehr auf dieser Welt in dem Sinne leben können, wenn das Klima nicht stabilisiert ist. Aber am wichtigsten ist vielleicht die Frage: Was kann ich tun, als einzelne Person in meinem täglichen Dasein? Vom bewussten Einkaufen bis zur Frage „Wo kommen die Produkte her?", „Wie reise ich?" oder „Wie bewege ich mich fort?". Wir können jetzt über große, globale Themen reden, aber im Kleinen – Schritt für Schritt – soll jeder versuchen, einen so großen Beitrag wie möglich zu leisten.