PraktikantInnen bei uns

Über die Arbeit als PraktikantIn

Newsartikel - 9 Mai, 2012
Mit 15 Jahren war es mein größter Traum, bei Greenpeace mitzumachen – mich an Züge ketten, lautstark vor den Büros der Öl-Multis protestieren, in eisigen Wassern tauchen und Banner vor eine Kamera halten, kurz: die Welt zu retten. PraktikantInnen erzählen von ihrer Arbeit im Greenpeace Büro.

Petra Frischenschlager

Praktikantin Petra Frischenschlager

Einen Blog über meine Praktikumszeit bei Greenpeace zu schreiben - das ist gar nicht so leicht. Es gibt so viele interessante Erlebnisse und gleichzeitig realisiere ich noch gar nicht, dass mein Praktikum schon fast zu Ende ist. Jeden Tag bin ich aufs Neue überrascht, dass der Gedanke daran nicht in die Arbeit zu kommen so schwer fallen kann.

In den letzten zwei Monaten habe ich so viel Interessantes gelernt, sowohl über Greenpeace, die Medienwelt als auch persönlich. Ich hoffe, dass ich einmal einen Job finde, bei dem ich ebenso gerne ins Büro gehen werde. Die letzten zwei Monate war ich also in der Medienabteilung und nachdem ich eigentlich Volkswirtschaft und Internationale Entwicklung studiere, wusste ich nicht wirklich was auf mich zukommen würde.

Es war spannend zu realisieren, wie wichtig die Medienarbeit für Greenpeace ist und was es bedeutet einen gewissen Bekanntheitsgrad zu haben. Selbst wenn es nur Vorurteile sind, irgendein Bild zu Greenpeace haben die meisten.
Als Praktikantin hat man die Möglichkeit den Greenpeace MitarbeiterInnen das Leben eine kleine Spur zu erleichtern, denn selbst das Anlegen von Verteilerlisten ist wichtig für die Presseaussendungen und Medienpräsenz. Die Medienabteilung, bei der ich mein Praktikum gemacht habe, ist lustig zu beobachten: Die meiste Zeit starrt jedeR fokussiert auf den Bildschirm und macht seine Arbeit und im nächsten Moment lachen alle, blödeln herum und dann sind wieder alle fokussiert. Manchmal braucht es deshalb Mut in diese Stille oder das Lachen hineinzureden; man will ja nicht nerven. 

Mit steigendem Vertrauen und dreistem Nachfragen ist dann auch mein Tätigkeitsfeld gewachsen. Ich habe viel übersetzt -  was besonders spannend war, da man viele Dinge, zum Beispiel über geplante Aktionen, liest und mitbekommt; habe am Pressespiegel gearbeitet und werde mich noch um die Medienevaluierung und den Blog kümmern. Letzte Woche durfte ich Jurrien bei einer Pressekonferenz über Agrarsprit zuhören, heute werde ich unsere Erfolge beim Goodballturnier vor der gesamten Belegschaft präsentieren und beim Betriebsausflug war ich natürlich auch mit.

Es war also alles andere als ein langweiliges Praktikum, bei dem man nur vor Ordnern und Kopierern steht. Persönlich haben mich vor allem die KollegInnen und der Büroalltag weitergebracht. Es ist immer wieder spannend zu sehen wie ein Betrieb/ eine NGO funktioniert, neue Freundschaften zu schließen und Menschen in anderen Lebenssituationen kennenzulernen – vor allem wenn man „das Kind der Abteilung“, also die entschieden Jüngste ist.

Jetzt geht es für mich wieder zurück an die Uni. Ich denke aber, dass mich die Belegschaft des Greenpeace-Büros schon hin und wieder zu sehen bekommt – es gibt ja noch weitere viele Möglichkeiten um mit Greenpeace in Kontakt zu bleiben: das Aktivisten NVDA-Training, Aktionen und die News auf Facebook und Twitter – die Sozialen Medienkanälen, die ich laut einem meiner Kollegen zu wenig benutze….

Ines Rösler - Praktikantin bei Greenpeace CEE.

Ines Rösler

Mit 15 Jahren war es mein größter Traum, bei Greenpeace mitzumachen – mich an Züge ketten, lautstark vor den Büros der Öl-Multis protestieren, in eisigen Wassern tauchen und Banner vor eine Kamera halten, kurz: die Welt zu retten. Und siehe da, acht Jahre später lebe ich nun diesen Traum: ich mache tatsächlich bei Greenpeace mit.

Wie genau meine Arbeit für Greenpeace ausschaut, könnt ihr hier nachlesen. Alle Angaben sind ohne Gewähr und für Desillusionierung wird keine Verantwortung übernommen.

9. 4. 2012: Mein erster Blog-Eintrag für den Grünen Frieden

Welch großartiger Moment: mein erster Blog-Eintrag für den Grünen Frieden, der hoffentlich möglichst vielen motivierten Menschen ins Auge und dann auch direkt weiter ins Herz springen wird. Die trockenen Fakten vielleicht mal vorweg, damit ihr euch ein Bild machen könnt, wo unbezahlte ArbeiterInnen/leicht für Pflichtpraktika auszubeutende StudentInnen vorzugsweise eingesetzt werden: ich bin jetzt Praktikantin in der Medien- und Kommunikationsabteilung, d.h. ich arbeite mit den coolen Leuten zusammen, denen, die „always up-to-date“ sind, Begriffe wie „Sinus-Milieus“ und „Shitstorms“ verwenden, technisch versiert sind und quasi an der Quelle der Information sitzen.

Ein wichtiger Teil der Arbeit von Greenpeace passiert hier: die Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Hier kommen wir auch schon zu dem Punkt, an dem meine einst so lebhaften Träume von Anketten und Tauchen von einer spießigen Realität aus monotonen Tastaturgeräuschen und der Aussicht auf eine verkümmerte Rückenmuskulatur abgelöst werden. Ein sehr ernüchterndes Gefühl. Zumindest im ersten Moment.

Denn im zweiten Moment muss ich einsehen, dass damit zu rechnen war. Keine Organisation hält sich allein durch waghalsige Aktionen und hartnäckige Proteste am Leben. Irgendjemand muss das Ganze schließlich erst mal planen, dann koordinieren, dokumentieren und bestenfalls evaluieren. Und weil „irgendjemand“ ja von etwas leben muss und auch die Ketten und die Banner finanziert werden wollen, bedarf es einem ganzen Apparat an Geldeintreibern und -verwaltern.Tja, in dieser Hinsicht ist Greenpeace eben wie jedes andere Unternehmen auch – strukturiert, hierarchisch und von Spenden abhängig.

Und doch, Greenpeace ist – ihr könnt aufatmen – natürlich nicht wie jedes andere Unternehmen: Greenpeace lebt von der Leidenschaft seiner MitarbeiterInnen und seiner UnterstützerInnen und es funktioniert so gut dank des Wunsches dieser Menschen, die Welt ein bisschen besser zu machen. Und dieser Wunsch und die Leidenschaft, die zu seiner Erfüllung an den Tag gelegt wird, sind, zwischen den ständig läutenden Telefonen und den kurzfristig einberufenen Sitzungen, tagtäglich und überall zu spüren.

12. 4. 2012: Arbeit in der Aktions-Abteilung

Liebe Leute, mein Wunsch, die Welt mit lautstarken Protesten zu verbessern, blieb nicht ungehört. Bereits an meinem dritten Tag wurde ich von Waltraud aus der Aktions-Abteilung angeheuert, um mich mit einem „Atomstrom raus!“-Banner vor dem VIC (Vienna International Center) zu platzieren. Greenpeace forderte vom österreichischen Energiekonzern Verbund mehr Transparenz hinsichtlich des Bezugs seiner Stromimporte.

Drei wichtige Dinge habe ich bei dieser Aktion gelernt:

  • Tu, was die Fotografin dir sagt!
  • Sei immer nett zu den wichtigen Leuten im Anzug, denn die können dir später nützlich sein!
  • Beim nächsten Mal Handschuhe mitnehmen! (Tja, Aktionismus bedarf manchmal eben Opfer, wie in diesem regnerischen Fall der Durchblutung meiner Extremitäten.)

Natürlich habe ich auch in Sachen Aktions-Logistik und –Ablauf einiges mitgekriegt. Lediglich den entschlossenen Blick unserer Vollblut-AktivistInnen muss ich mir noch antrainieren. Doch bis zur nächsten Aktion sollte auch der gekonnt einstudiert sein.

Kurze Info am Rande: Durch die jahrelange Arbeit der Greenpeace-Kampaigner wurde Mitte April eine Atomstrom-Kennzeichnung ab 2013 (Haushalte) beziehungsweise 2015 (Industrie) beschlossen.

2. 5. 2012: Zwischen Arbeitsroutine und Alltag

Jaja, wie die Zeit vergeht! Der Wiener Alltag und die Arbeitsroutine haben mich inzwischen eingeholt und auch die hartnäckigen letzten Reste meiner Pariser Mentalität (ja, ich wohne eigentlich in Frankreich) weggefegt. Nun lasse ich mich im Wiener Gemütlichkeits-Gewusel treiben und gehe in meiner Arbeit auf ;-)

Was ich da bisher so gemacht habe: diverse Verteiler und Datenbanken auf den neuesten Stand gebracht (der von mir erweiterte IT-Verteiler erwies sich bisher zu meiner großen Freude auch als wirksam), haufenweise Internet-Recherchen (z.B. zur medialen Abdeckung der GP-Aktion zur  Fischerei vor West-Afrika oder zum Thema Cloud Computing), zahlreiche Übersetzungen von Presseaussendungen, Teilnahme an und stilles Beobachten von Koordinationstreffen sowie minimalistische Foto-Arbeit (das heißt das Verschicken von Bildern und das Zusammenstellen von Slideshows für unsere Homepage).

Was ich dabei gelernt habe:

  • mich anzutragen (schönes Wort, oder?)
  • selbst auf die Gefahr hin, als Vollidiotin da zustehen, lieber zweimal nachzufragen
  • mich mit benutzerunfreundlichen Programmen rumzuschlagen und dann auch noch den Sieg davonzutragen
  • neben den ganzen inhaltlichen Aspekten natürlich auch eine ganze Menge über die Funktionsweise einer NGO

Klingt spannend, ist es auch.

 

3. 5. 2012: Bei Schum:Beta [Medien] Veranstaltung

Heute war ein besonderer Tag: Hanna und ich waren aus. Nämlich auf der Schum:Beta Medien-Konferenz, die von der Wiener Organisation Mehrblick organisiert wird. Die beschreiben diesen Event mit folgenden Worten: Mit Unternehmertum & Innovation eine nachhaltige Zukunft gestalten. SchumBeta ist der Event für visionäre UnternehmerInnen, kreative Köpfe und alle mit Lust am Besser-Machen.

 Tatsächlich sprühten die Vorlesungsräumlichkeiten förmlich vor Kreativität und Visionen. Meine favorite lectures waren dabei der unglaublich inspirierende Vortrag von Harald Mahrer (Präsident der Julius-Raab-Stiftung) zum Thema politische Partizipation im Medien-Zeitalter und das Vorstellen der Website „Meine Abgeordneten“ (www.meineabgeordneten.at) bzw. die Vorstellung des Projektes IdeenAlm (www.mehrblick.at/ideenalm/).

Doch vor allem diente dieser Tag zu etwas, das in so gut wie jedem Berufsfeld extrem wichtig ist: Networking. Soll heißen, wenn möglich, seine Visitenkarte an Leute zu verteilen und Visitenkarten von anderen Leuten zu sammeln.  Und dabei nett lächeln. Hab ich gemacht. Ich hab mich mit WU-StudentInnen ausgetauscht, mit einem „Kundenversteher“ über Bildungspolitik diskutiert und wirklich interessante Initiativen kennengelernt, wie z.B. die Vermögensberatung „Fair Investieren“ von dem ziemlich gut aussehenden Steirer Valentin Heppner oder diverse Start-Up-Projekte von jungen, hochmotivierten und technisch bewanderten StudentInnen. Alles in allem ein wirklich aufschlussreicher Tag, der auch einem Old-School-Bücherwurm wie mir die Möglichkeiten der Neuen Medien schmackhaft gemacht hat.

5. 5. 2012: Endlich wieder eine Aktion!

Juhu, endlich war es wieder einmal so weit: ich war bei einer Aktion dabei.

Dieses Mal ging es um die „Clean our cloud“-Kampagne, in der von großen IT-Konzernen der Einsatz von Erneuerbaren Energiequellen gefordert wird.Und so bauten wir, diesmal bei Sonnenschein und angenehmen Frühlingstemperaturen, einen Informationsstand in der Mariahilferstraße auf und positionierten uns mit Flugblättern und dem obligatorischen Greenpeace-Banner vor dem McShark Megastore.

Es war eine Freude, zu sehen, dass der Großteil der PassantInnen und vor allem der Apple-User sehr positiv auf unsere friedliche Info-Aktion, bei der es sogar T-Shirts zu gewinnen gab, reagierte, bei den Aktivitäten mitmachte und selbst eigene Proteste an Apple verschickte! 

25. Mai: Liebe Welt - rechnet mit uns!

Schon einmal was von der Attac AktionsAkademie gehört? 

Ja? Gut. Dann kannst du jetzt aufhören zu lesen. (Nein, Spaß - bitte weiterlesen!)

Nein? Dann wird es höchste Zeit, deinen Horizont zu erweitern.

Zugegeben, bevor ich nach Wien kam, kannte ich Attac nur als „ah ja, das sind diese Finanz-Hippies“. Doch die Plakate für die (bereits vierte) AktionsAkademie haben mein Interesse geweckt. Und die Zeit, die ich dort verbracht habe, möchte ich auf keinen Fall missen.

Also, was macht man auf so einer Akademie? Man/frau fährt hin, isst ein gutes Süpple und genießt die Atmosphäre. Und dann wird gearbeitet. Denn grundsätzlich ist der Mensch dort, um sich zu informieren, zu inspirieren, auszutauschen und dann zu engagieren und vielleicht aktiv etwas zu gestalten. Oder halt in umgekehrter Reihenfolge. Denn die Idee hinter der AktionsAkademie ist es, den Menschen ein Werkzeug zu geben, mit dem sie ihre politischen Themen so erfolgreich wie möglich an die Öffentlichkeit tragen können.

Es werden Workshops und Seminare angeboten, bei deren Vielfalt an interessanten Themen die Wahl schon mal schwer fällt. Entscheiden muss man/frau sich aber trotzdem, so sind die Regeln. Die heurigen Workshops reichten von „Erfolgreicher Kampagnenarbeit“ und „Erste Hilfe bei Aktionen“ über „Aktions-Schnupper-Klettern“ und „ABC der Kommunikationsguerilla“ bis hin zu „Empowered Fundraising und Tipps zur Gründung von BürgerInneninitiativen oder FoodCoops. 

Die Seminare wiederum dauerten zwei Tage. Man/frau konnte wählen zwischen Dingen wie: „Gewaltfreier ziviler Ungehorsam“ (geleitet von der Greenpeace-Aktivistin Jutta Matysek), „SambAttac“ (das sind die Sambatrommler von Attac, die das sonst so beschauliche Ottensheim ordentlich zum Tanzen gebracht haben), „Clownerie“ (Gott sei Dank gibt es diese Clowns!), „Theater der Unterdrückten“, „Moderation von Gruppen und Gesprächen“ oder Seminaren zur Produktion von Radioshows oder Videos. Viele interessante Sachen dabei, oder? 

Das Schöne an einem Ort wie der AktionsAkademie ist unter anderem, dass man sich hinterher, beim vegetarischen, regionalen, Feel-Good-Bio-Essen der Volksküche, über die verschiedenen Workshops austauscht. So haben nämlich alle was davon. An einem Nachmittag wird auch ein Open Space veranstaltet. Da gibt es die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und diese mit einer Gruppe von Gewillten zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Mein persönlicher Favorit war dabei „Esoterik für Männer“. Eine Auswahl an „Mainstream“-Themen wie „Hausgemeinschaften“, „Väterkarenz“ oder „Der globale Hektar“ sollen nicht unerwähnt bleiben.

Beim Rahmenprogramm wurden dann die Mitschunkel- und Tanzmuskeln ordentlich strapaziert, denn mit „Christoph & Lollo“ sowie „Stüngö“ konnte Attac mit echten musikalischen Highlights aufwarten. Die weniger bekannte Band „Süpple“ (gsibergerisch für „Süppchen“), die musikalisch mit Cello und sinnlich-dunklem Gesang ihr eigenes Süpple kocht, darf sich jetzt bestimmt über Zuwachs ihrer Fangemeinde freuen. Die Musik war eine willkommene Abwechslung von dem ganzen Hirnschmalzen.

Was mir an der AktionsAkademie aber am besten gefallen hat, war die Atmosphäre. Die Stimmung in Ottensheim war ausgesprochen gut. Nicht nur, dass man sich in dem bunten Haufen auf Anhieb wohl gefühlt hat,  auch die ansässige Bevölkerung, allen voran die Bürgermeisterin Ulrike Böker, empfing uns AktionsAkademikerInnen mit offenen Armen. Highlight in der Begegnung mit den OttensheimerInnen war natürlich die Demo am Samstagnachmittag. Da zog unsere bunte Truppe nämlich rhythmisch tänzelnd, umarmend, jonglierend, fahnenschwenkend und gelegentlich einfrierend durch das sonst so beschauliche Städtchen und forderte „Globalisierung braucht Gestaltung“. Ein schöner Moment.

Die Motivation und der Optimismus, die die Hobby-AktivistInnen, Clowns, KöchInnen und die anderen WeltverbessererInnen an diesem verlängerten Wochenende versprühten, waren regelrecht ansteckend. Ich glaube, niemand ist nach diesen paar Tagen nachhause gefahren, ohne zumindest ansatzweise die Absicht zu haben, von jetzt an politisch und gesellschaftlich ein bisschen mehr mitzumischen. Daher, liebe Welt: Rechnet mit uns!

P.S. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei jenen schlafenden Menschen zu entschuldigen, über die ich spätnachts mal drübergestolpert bin. Gleich bei der Tür, in der Mitte der Turnhalle, ist aber auch wirklich keine günstig gelegene Schlafstelle.

25.Juni: Green-School

„Das große Ziel der Bildung ist nicht Wissen, sondern handeln.“ (Herbert Spencer)

Als frisch ausgebildete Hauptschullehrerin kann ich der Aussage von Herrn Spencer nur zustimmen. Anstatt den Kindern Faktenwissen zu vermitteln, muss man ihnen Werkzeuge mitgeben und ihr Interesse wecken, damit sie fähig und vor allem gewillt sind, sich selbst Wissen anzueignen.

Diesem Prinzip folgt auch Greenpeace Österreich bei der „Green School“. Dieses von der überaus sympathischen Lisa Begeré initiierte Projekt hat zum Ziel, Greenpeace und seine Anliegen in die Klassenzimmer und Jugendräume dieser Welt (beziehungsweise von Wien + Umfeld) zu tragen. Auf Anfrage kommt Lisa oder ihr Team an Ehrenamtlichen in Schulen, um dort mit den Kindern und Jugendlichen über Greenpeace im Allgemeinen oder Umwelt- und Konsumentenschutz zu diskutieren und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Mittlerweile bin auch ich in ihrem Team. Mein erster Ausflug an Lisas Seite führte uns in eine dritte Klasse HAK, um dort über die Arbeit von Greenpeace zum Thema Klimaschutz zu berichten. Auch bei meinem zweiten Einsatz ging es um das Klima. Greenpeace wurde auf das Floridsdorfer Schulschiff geladen, wo eine fünfte Klasse im Rahmen des Physik-Unterrichts einen Vortrag mit dem Titel „We can save it!“ hielt. Der aktive Part wurde somit von den SchülerInnen übernommen, wir und unser Infostand waren in dem Fall in der passiven Rolle.

Mein spannendster Schulbesuch bisher war Anfang letzter Woche im BRG 7, das auch den Schwerpunkt Ökologie hat. Im Zuge eines Schulprojektes wurde Greenpeace gebeten, einen Workshop zum Thema „Nachhaltige Kleidung“ anzubieten. Greenpeace startete in dem Zusammenhang 2011 seine Kampagne „Detox“, in der sie von führenden Kleidungsherstellern forderte, giftige Chemikalien aus ihren Produktionsketten und den Kleidungsstücken zu verbannen. Das Thema ist zwar eher schwer zugänglich für 10-14-jährige, doch die SchülerInnen beteiligten sich trotz 30°C Innentemperatur rege an der „Podiumsdiskussion“ und hatten sehr kreative Ideen, wie man sich für nachhaltige Kleidung einsetzen kann (Mein persönlicher favorite, weil so schön kompromisslos: „Drohbriefe schicken, die mit den Chemikalien geschrieben wurden“).

Als am Ende dann zwei Mädchen nachfragten, was man denn machen muss, um bei Greenpeace aktiv zu werden, war ich mir sicher, mein Ziel an dieser Schule erreicht zu haben – die SchülerInnen wollten und würden handeln. Und welch schönere Belohnung gibt es schon für PädagogInnen und Greenpeace Ehrenamtliche?

17.Juli: Ich sag zum Abschied: "Schütz die Arktis!"

Kaum zu glauben, meine Zeit bei Greenpeace ist zu Ende. Zumindest die Zeit, in der ich aktiv im Büro mitgearbeitet habe. Denn: einmal Rainbow Warrior, immer Rainbow Warrior. 

Es war eine unglaubliche Zeit bei Greenpeace CEE. Ich habe nicht nur einiges in Sachen Medienarbeit und Funktionieren einer internationalen NGO dazugelernt, ich habe auch viele interessante Menschen kennengelernt, deren harte Arbeit und Optimismus politische Veränderung tatsächlich herbeiführen. Als Praktikantin war ich des Öfteren damit konfrontiert, uninteressante administrative Arbeiten zu erledigen. Doch ich habe gelernt, dass auch diese ungeliebten, scheinbar unwichtigen Aufgaben zum Erfolg des Ganzen erheblich beitragen.

Ich glaube, mein Einsatz und meine Arbeit für die Medienabteilung und Greenpeace CEE allgemein wurden von den KollegInnen anerkennend zur Kenntnis genommen. Ich wurde von den unterschiedlichsten Abteilungen angeheuert, hauptsächlich für Übersetzungen, und bekam nach und nach immer anspruchsvollere Aufgaben.In meiner letzten Arbeitswoche wurde ich gebeten, bei der Ausarbeitung eines „Freeze-Mobs“ im Rahmen der Arktis-Kampagne mitzuwirken.Welch besseren Abschied konnte ich mir wünschen?

 

Meine letzten Arbeitstage waren somit sehr angenehm, irgendwo zwischen Routine und Aufregung über ein neues Projekt. Und als sich der Freeze-Mob am Stephansplatz aufgelöst und ich mich von den Kollegen und Kolleginnen, die ich in den letzten Monaten so ins Herz geschlossen habe, verabschiedet hatte, wusste ich, meine Arbeit in Wien war (vorläufig) getan. So konnte ich zufrieden, mit einem eindrucksvollen „SCHÜTZT DIE ARKTIS!“ auf den Bauch gepinselt und mit einem metaphorisch lachenden und einem bildhaft weinenden Auge, gen Westen reisen. 

Meine Zeit im Greenpeace-Büro in Wien ist vielleicht zu Ende, aber ich bin nun ebenso Teil der weltweiten Greenpeace-Familie wie das Abenteuer Greenpeace jetzt ein Teil von mir ist. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die mich während meines Praktikums begleitet haben, von Herzen bedanken. Den derzeitigen und zukünftigen PraktikantInnen wünsche ich, dass auch sie wertvolle und außergewöhnliche Erfahrungen von ihrer Zeit bei Greenpeace mitnehmen werden. Und den unermüdlichen Greenpeace-MitarbeiterInnen und –UnterstützerInnen da draußen möchte ich sagen: „Carry on the good work! We can win - because they can’t sink a Rainbow!“

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