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Public Eye Award

Wähle Sie das übelste Unternehmen des Jahres

Infoseite - 8 Jänner, 2013
Zusammen mit der Erklärung von Bern vergibt Greenpeace in der Schweiz Ende Januar, in Sichtweite des World Economic Forum (WEF), wieder die Public Eye Awards für die schlimmsten Fälle von Missachtung der Umwelt und der Menschenrechte.

Die Abstimmung

Shell will in der höchst empfindlichen Arktis nach fossilen Brennstoffen suchen - die Risiken sind enorm. © Public Eye

 

Auf www.publiceye.ch kann bis Mittwoch den 23. Jänner an der mit bissigen Werbeparodien animierten Abstimmung für den Publikumspreis 2013 teilgenommen werden. Vorgeschlagen für die Schmähpreise sind die sieben Konzerne Alstom (FR), Coal India (IN), G4S (UK), Goldman Sachs (USA), Lonmin (ZA), Repower (CH) und Shell (NL). Die sieben skandalösesten Fälle von Konzernverbrechen hat eine mit internationalen renommierten Wirtschaftsethikern besetzte Jury aus über 20 Gutachten gekürt.

Die Nominierten

Der französische Energie- und Transportkonzern Alstom ist weltweit in Korruptionsskandale verwickelt. Das Vorgehen des Konzerns hat System: Alstom offeriert lokalen Politikern Schmiergeld, teils in Millionenhöhe, um an Aufträge zu kommen. Die Häufigkeit der bekannt gewordenen Fälle legt die Frage nahe, ob es sich dabei um eine bewusst gewählte Geschäftsstrategie handelt. Alstom wurde mehrfach gebüßt und einige seiner Tochterunternehmen von Weltbank-Projekten ausgeschlossen.

Coal India, weltweit größter Kohleförderer, zerstört mit seinen Kohleminen den Lebensraum vieler Groß-Säugetiere und raubt Stammesvölkern die Lebensgrundlage und die Heimat, was sie zu einem Leben in bitterster Armut zwingt. Die düstere Bilanz mit 205 Toten und 699 Schwerverletzten allein im Jahr 2010 lassen auf katastrophale Arbeitsbedingungen schließen. Mindestens 239 Kohleminen des Konzerns sind ohne Umwelterlaubnis in Betrieb.

Das Heer des englischen Sicherheitsdienstleisters G4S umfasst über 650.000 Beschäftigte, welche schlecht ausgebildet, schlecht bezahlt und manchmal gar vorbestraft sind. Der Konzern ist in zahlreiche Verletzungen von internationalem Recht und Menschenrechten verwickelt. So betreibt G4S in den besetzten Palästinensergebieten Checkpoints und Gefängnisse für Israel und macht sich damit mitschuldig an der illegalen Siedlungspolitik Israels.

Gegen horrende Honorare hat Goldman Sachs zwischen 1998 und 2009 mit Buchungstricks die Hälfte von Griechenlands Staatsschulden versteckt und so Griechenland schließlich in den Ruin getrieben. Goldman Sachs verdient an der Krise weiter. Mindestens 600 Millionen Dollar beträgt der Gewinn schon jetzt und Griechenland schuldet der Bank weiterhin 400 Millionen jährlich – bis 2037. Das sind insgesamt mehr als 10 Milliarden Dollar auf Kosten der europäischen Steuerzahler.

Lonmin, drittgrößter Minenkonzern der Welt, forderte das südafrikanische Bergbauministerium dazu auf, gegen streikende Minenarbeiter der Marikana-Mine die "entsprechenden Massnahmen" zu ergreifen – mit Hilfe der Polizei oder der Armee. 44 protestierende Minenarbeiter wurden kurz darauf von der Polizei erschossen und 44 schwer verletzt. Einen Tag nach dem Massaker drohte Lonmin allen weiterhin Streikenden mit der Entlassung.

Der Schweizer Energiekonzern Repower plant gegen den Widerstand der lokalen Bevölkerung und im Widerspruch zur Gesetzgebung im italienischen Kalabrien ein gigantisches Kohlekraftwerk. Der geplante Bau liegt mitten im Herrschaftsgebiet der 'Ndrangheta, der weltweit stärksten und gefährlichsten Mafia. Repower wird deshalb mit ihr geschäften müssen, soweit sie dies noch nicht tut.

Shell ist die erste Ölgesellschaft unter den ganz Großen, die in der äußerst empfindlichen Arktis nach Erdöl suchen will. Während Shell großartig erklärt, zahlreiche Pläne ausgearbeitet zu haben, um mit allfällig auslaufendem Öl im Eis fertig zu werden,erinnert uns die Firma gleichzeitig daran, dass die technischen und umweltbedingten Schwierigkeiten der Ölexploration in der Arktis immens seien. Unabhängige Spezialisten sagen hingegen,"Es gibt heute keine uns bekannte Lösung oder Methode, mit der sich ausgelaufenes Öl aus dem Eismeer entfernen liesse".

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