Auch neues iPhone wird nicht fair produziert

Die Clean-IT Kampagne kritisiert Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben

Newsartikel - 6 Juni, 2013
Apple distanziert sich von seinem langjährigen Zulieferer Foxconn. Sein günstiges iPhone wird das Unternehmen beim Foxconn-Konkurrenten Pegatron anfertigen lassen. Doch nicht die Medienaufmerksamkeit nach drei weiteren Selbstmorden bei Foxconn hat den IT-Giganten zum Umdenken bewegt, sondern laut Medien „strategische Gründe“ und günstigere Preise.

 Cut & Run-Strategie

Auf und davon statt sozialer Verantwortung scheint das Motto des Mediengiganten zu sein: „Anstatt sich bei Bekanntwerden der menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen aus der Affäre zu ziehen, sollte Apple besser an deren Verbesserungen gemeinsam mit seinen Zulieferern arbeiten“, kritisiert Andrea Ben Lassoued, Leiterin der Südwind-Kampagne Clean-IT.

Neuer Produzent Pegatron

Pegatron ist für Apple kein neuer Geschäftspartner. Ein kleiner Teil des Apple-Smartphones sowie das iPad Mini werden bereits in dem 2008 gegründeten Unternehmen produziert. Dennoch ist dem Unternehmen mit dem neuen Auftrag ein großer Fang gelungen, denn es plant die Zahl seiner Mitarbeiter um 40 Prozent auf 140.000 ArbeiterInnen zu erhöhen.

Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen

Die Kampagne Clean-IT und ihre Partnerorganisationen in Hong Kong und China kritisieren Apple und seine Zulieferbetriebe wie Foxconn oder Pegatron schon seit langem wegen menschenunwürdiger Arbeitsbedingungen: Zu geringe Löhne, lange Überstunden, Ausbeutung von StudentInnen und psychische Misshandlungen stehen dabei im Mittelpunkt.

„Bis zu 200 – teilweise unbezahlte – Überstunden im Monat, Schülerinnen und Schüler die vom Lehrpersonal zur Arbeit im Unternehmen gezwungen werden und andernfalls keinen Abschluss bekommen sowie Pausen, die nicht eingehalten werden: Die Liste der Arbeitsrechtsverletzungen bei Pegatron ist lang und Verbesserungen sind keine in Sicht“, berichtet Ben Lassoued.

61 ArbeiterInnen starben

Laut der Südwind-Partnerorganisation SACOM sei ein Jahr nachdem es zu einer Explosion bei Pegatron kam, bei der 61 ArbeiterInnen verletzt wurden, die Belüftung noch nicht verbessert worden. „Apple kann kaum behaupten, dass diese Erkenntnisse neu wären, denn die Explosion bei Pegatron ging 2011 durch alle Medien“, so Ben Lassoued.

Forderungen

Die NGOs fordern von Pegatron, Foxconn und ihren Auftraggebern, Verantwortung für die Arbeitsbedingungen zu übernehmen und sich für die Rechte der ArbeiterInnen einzusetzen.

Über die Kampagne

Clean-IT hat sich zum Ziel gesetzt gemeinsam mit internationalen Partnern bis 2015 eine Monitoringorganisation für die globale Elektronikindustrie zu initiieren.

Quelle: Südwind Clean IT

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