EU: Empfehlung für Gentech-Mais

Gentech-Mais birgt inakzeptables Risiko für Nützlinge

Newsartikel - 6 November, 2013
Die Europäische Kommission hat heute das erste Mal seit dreieinhalb Jahren die Zulassung einer gentechnisch veränderten Pflanze zum Anbau in Europa empfohlen. Konkret handelt es sich um die umstrittene Maissorte 1507 von Pioneer-DuPont. Dieser Gentech-Mais produziert ein Pestizid und ist tolerant gegenüber intensivem Einsatz des Herbizids Glufosinat. Aufgrund seiner Giftigkeit muss Glufosinat in der EU bis 2017 Schritt für Schritt vom Markt genommen werden.

 "Die EU-Kommission handelt völlig verantwortungslos, wenn sie die Zulassung einer Gentech-Pflanze empfiehlt, von der wir wissen, dass sie Nützlinge schädigt. Gleichzeitig wird der Anbau dieser Pflanze die Verwendung eines Pestizids fördern, das so giftig ist, dass es in Europa in den nächsten Jahren verboten wird.
Angesichts der Risiken für Umwelt und Gesundheit und den fehlenden Vorteilen der Gentech-Pflanze stellt sich die Frage: In welchem Interesse handelt die EU-Kommission hier?", so Dagmar Urban, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace.

Bedrohung für Schmetterlinge und Falter

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hat seit 2011 eine Reihe von wissenschaftlichen Bewertungen veröffentlicht, die negative Effekte dieser Gentech-Pflanze auf Nützlinge wie Schmetterlinge und Falter zeigen. Daraufhin hatte die EU-Kommission zwei Mal von Pioneer gefordert, ihren Zulassungsantrag zu überarbeiten, um die von der EFSA identifizierten Risiken zu minimieren. Pioneer ist dieser Forderung bisher nicht nachgekommen.

Neues Gerichtsurteil hat Zulassungsempfehlung nicht erforderlich gemacht

Die heutige Entscheidung folgt einem Urteil des Gerichts der EU in dem kritisiert wurde, dass die EU-Kommission bisher keine Empfehlung für oder gegen die Zulassung des Gentech-Mais 1507 an die Mitgliedstaaten zur Abstimmung vorgelegt hat. "Anders als die Europäische Kommission heute behauptet, war sie durch das Gerichtsurteil keineswegs verpflichtet, sich für eine Zulassung des Gentech-Maises auszusprechen. Angesichts der von der EFSA gefundenen Risiken hätte sich die EU-Kommission gute Gründe gehabt, sich gegen eine Zulassung auszusprechen.", stellt Urban klar.

In den kommenden Monaten werden die Landwirtschafts- oder UmweltministerInnen der Mitgliedstaaten über den Zulassungsvorschlag der Europäischen Kommission abstimmen.

Greenpeace: Auch in Zukunft kein Gentech-Mais in Österreich!

"Österreich muss sich bei der kommenden Abstimmung auf EU-Ebene klar gegen die Zulassung der umstrittenen Pioneer-Mais Sorte aussprechen. Außerdem müssen auch andere  Mitgliedsstaaten überzeugt werden, dass der Gentech-Mais aufgrund der Risiken für die Umwelt und Gesundheit nicht zugelassen werden darf.  Österreichs Gentechnikfreiheit im Anbau muss darüber hinaus auch in Zukunft sichergestellt und als Ziel im neuen Regierungsprogramm verankert werden", fordert Urban abschließend.

Quelle: Greenpeace

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