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Mehr Transparenz beim Martini-Gansl

Tierschutz-App zeigt Gänse aus Stopfmast und Lebendrupf

Newsartikel - 8 November, 2013
Vier Pfoten hat seine Tierschutz App um ein neues, praktisches Feature erweitert: Nach Käfigeiern können nun Verbraucher, rechtzeitig zur Martinigansl-Zeit, in Supermärkten feststellen, ob angebotenes Gänse- und Entenfleisch aus tiergerechter Haltung ohne Stopfmast, Lebendrupf oder Käfighaltung kommt.

Eine Gans mit einer Fettleber. Durch das Stopfen kann sich das Organ auf bis das Zehnfache vergrößern. Am Ende der Mastzeit ist die Leber der Gänse so groß, dass sie kaum atmen oder sich bewegen können.

 

Im Geschäft müssen die KosumentInnen lediglich das Handy mit dem Vier Pfoten Tierschutz App auf den Barcode halten und das Produkt einscannen. Danach erfolgt eine Statusmeldung, die über die Produktionsbedingungen und die Herkunft Auskunft gibt.

Das entsprechende Sortiment der österreichischen Supermarktketten wurde zuvor in die Vier Pfoten-Datenbank aufgenommen und mit der von der Tierschutzorganisation regelmäßig aktualisierten Positivliste der Produzenten von Gänsefleisch abgeglichen. Auf dieser Positivliste sind verantwortungsvolle Unternehmen genannt, die sich unangemeldeten und unabhängigen Kontrollen unterziehen und nachweislich auf Stopfmast, Lebendrupf und Käfighaltung verzichten. Sobald ein Produkt nicht auf der Positivliste stand, kontaktierte Vier Pfoten den Hersteller und bat um Informationen.

Bewertung im Ampelfarben-System

Indra Kley, Kampagnenmitarbeiterin bei Vier Pfoten:
„Wenn uns ein Hersteller auf Anfrage erklärt, dass sein Produkt nicht aus Stopfmast stammt, überprüfen wir dies und versehen das Produkt vorerst  mit dem Status „Achtung“; und ist in der App orange gekennzeichnet.

Die Farbe grün zeigt, dass das Fleisch von einem verantwortungsvollen Unternehmen stammt, das auf Stopfmast, Lebendrupf und Käfighaltung verzichtet.

Unter die rote Kategorie fällt Fleisch der Hersteller, von denen wir wissen, dass sie Tiere stopfen oder rupfen.“

Was kann ich kaufen?
 
In Österreich gibt es unter anderen heimische Gänse aus tiergerechter, biologischer Haltung im Angebot. Vier Pfoten empfiehlt besonders das Label „Österreichische Weidegans“. Das Stopfen und Rupfen von Gänsen ist hierzulande verboten. In manchen Ländern ist es jedoch noch immer legal und bringt jährlich Millionen kranke Gänse hervor.

Herstellung der "Fetten Leber"

Das Stopfen ist eine der grausamsten Methoden, um Foie Gras (französisch für "fette Leber") herzustellen. Gänse und Enten werden zumeist zwei- bis dreimal am Tag zwangsgefüttert. Dabei wird ihnen ein Stopfrohr durch den Rachen gerammt und große Mengen Maisbrei über ein Druckluftsystem in den Magen befördert. Mit der Zeit verfettet die Leber, vergrößert sich dabei um das Zehnfache zu einem krankhaft veränderten Organ und erreicht ein Gewicht von bis zu einem Kilogramm. Am Ende der Mastzeit ist die Leber der Gänse so groß, dass sie kaum atmen oder sich bewegen können. Zusätzlich werden viele Tiere vor der Stopfmast auch noch bei lebendigem Leib gerupft, um Profit mit ihren Daunen zu machen. Da die Federn nachwachsen, können die Tiere während ihres kurzen Lebens bis zu vier Mal bei vollem Bewusstsein kahl gerupft werden. Häufig passieren  dabei schwere Verletzungen, die - wenn überhaupt - ohne Narkose vor Ort wieder zusammengenäht werden.

Quelle: Vier Pfoten

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