Zu hohe Stickoxidbelastung in Österreich

Grenzwert bei jeder 4. Messstelle überschritten

Newsartikel - 13 November, 2013
In vielen Regionen Österreichs ist die Stickoxidbelastung zu hoch, macht der VCÖ aufmerksam. An 35 Messstellen wurde im Vorjahr der Jahresgrenzwert überschritten. Stickoxide schädigen die Atemwege und können Lungenerkrankungen verursachen. Hauptverursacher der Stickoxid-Emissionen ist der Verkehr - hier vor allem diesel-betriebene Fahrzeuge.

Der VCÖ weist darauf hin, dass in Österreich 60 Prozent der gesamten Stickoxid-Emissionen vom Verkehr verursacht werden. Dieselabgase enthalten deutlich mehr Stickoxide als die Abgase von Benzin.
"Österreich hat nicht nur ein Feinstaubproblem. Auch die Belastung durch die gesundheitsschädlichen Stickoxide ist vielerorts zu hoch. Im Vorjahr wurde an jeder vierten Messstelle der Jahresgrenzwert überschritten", macht VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek aufmerksam. Die VCÖ-Analyse auf Basis der Daten des Umweltbundesamts zeigt, dass in der Nähe von Autobahnen und stark befahrenen Straßen die Belastung sehr hoch ist.

Grenzwert-Überschreitungen

Entlang der Tiroler Inntalautobahn A12 war die Luft am stärksten mit Stickoxiden verschmutzt. Der Jahresgrenzwert von 30 Mikrogramm Stickoxide pro Kubikmeter Luft wurde mit 64 Mikrogramm um das Doppelte überschritten. Am zweithöchsten war die Belastung in Kundl (ebenfalls an der A12) mit 55 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, am dritthöchsten war die Belastung in Wien am Hietzinger Kai und in Feldkirch (Bärenkreuzung) mit jeweils 54 Mikrogramm.

Auch in den Landeshauptstädten Salzburg, Linz, Graz, Klagenfurt, Innsbruck und St. Pölten wurde der Jahresgrenzwert überschritten, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass es in den vergangenen zehn Jahren kaum Verbesserungen gab. So lag die Stickoxid-Belastung bei Vomp im Jahr 2002 bei 61 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Auf Kosten der Gesundheit

Stickoxide können Bronchitis auslösen, Allergien verstärken und Lungenschäden verursachen. Besonders schädlich sind Dieselabgase.
Der VCÖ kritisiert, dass trotz der höheren Gesundheitsschädlichkeit Diesel niedriger besteuert wird als Benzin. Pro Liter ist die Mineralölsteuer auf Diesel um 8,5 Cent niedriger als auf Benzin. Der VCÖ fordert die Abschaffung der Steuerbegünstigung von Diesel.

Maßnahmen gegen Belastung

Eine kostengünstige Maßnahme zur Verringerung der Schadstoffbelastung sind niedrigere Tempolimits. Durch Tempo 80 statt 100 sinken die Stickoxid-Emissionen bei Pkw im Schnitt um rund 13 Prozent, bei Klein-Lkw sogar um 28 Prozent.

Der VCÖ fordert daher die Streichung der Steuerbegünstigung von Diesel und ein dichteres Öffentliches Verkehrsnetz. Wirksam sind zudem niedrigere Tempolimits.

Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2013
   

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