Phthalate

Newsartikel - 16 November, 2005
Phthalate in Babyprodukten

Produkt 
gekauft bei: 
DINP 
DEHP 
 
 
mg/kg 
mg/kg 
Wickelauflage 
Leiner 
82.000 
72.000,0 
Puppe "Baby Chou Chou" 
Interspar 
2.200 
14,0 
Puppe "Emily Erdbeer”  
Gerngross 
320.000 
1,9 
Puppe "Disney Princess” 
Gerngross 
360.000 
1.100,0 
Hüpfball 
Toys´R´Us 
700.000 
38.000,0 
Schnappi das kleine Krokodil 
Interspar 
1.800 
610,0 
Regenschutz für Kinderwägen 
Lutz 
1.500 
110.000,0 

Fettgedruckte Werte sind besonders besorgnis­er­regend

Phthalate werden in großen Mengen hergestellt, in der EU beträgt das Marktvolumen ca. eine Million Tonnen. Die Hauptmenge der Phthalate wird als Weichmacher in PVC eingesetzt, das ohne diesen Zusatz hart und spröde ist. Der Gehalt in Weich-PVC ist durchschnittlich 30% und kann bis zu 70% betragen. Phthalate können sich aus den Produkten lösen, weltweit sind Böden, Flüsse, Meere, Niederschläge und Luft mit diesen Stoffen belastet , .

Der menschliche Körper kann Phthalate durch die Atemluft, aus der Nahrung und über die Haut aufnehmen. Kinder sind oft noch stärker mit diesen Stoffen belastet als Erwachsene. Phthalate können bei längeren Belastungen Gesundheitsschäden z.B. an Leber und Nieren verursachen. Fast alle Phthalate stehen im Verdacht, hormon-ähnliche Wirkungen zu haben, einige sind in der EU als fortpflanzungs­ge­fähr­dend eingestuft.

Aufgrund dieser Probleme wurde die Verwendung von DEHP, DINP, DOP, DIDP, BBP und DBP in Spielzeug für Kinder unter 3 Jahren in der EU verboten.

  • DEHP (Diethylhexylphthalat) wird in PVC, anderen Kunststoffen und Gummi verwendet, ist aber auch z.B. in Parfums enthalten.
    Es gibt Hinweise darauf, dass DEHP-hältiger Staub aus PVC-Bodenbelägen die Bronchien von Kindern schädigen kann . Wiederholter Hautkontakt kann Dermatitis hervorrufen .
    DEHP ist fortpflanzungsgefährdend (EU Kategorie 2), muss als ‚giftig’ gekennzeichnet werden und kann das Kind im Mutterleib schädigen. Seit 1. 4. 2005 darf DEHP EU-weit nicht mehr in Kosmetika enthalten sein.
  • DINP (Diisononylphthalat) wird eingesetzt in PVC, Gummi, Tinten, Dispersionsfarben, etc. DINP hat schwach hormonelle Eigenschaften ,   ist fortpflanzungsschädigend und tumorbildend im Tierversuch.

Quelle: Greenpeace

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